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Vor Gericht: Frau erhält 1500 Euro, zahlt aber 90 Prozent Prozesskosten

Pyrrhus-Sieg im Hunde-Streit: Beide Hunde haben Schuld

Bückeburg (ly). Dieser Teilerfolg ist teuer erkauft: Im Rechtsstreit um eine wüste Rauferei zweier Hunde in Bergdorf (wir berichteten) hat eine Rintelnerin einen Pyrrhus-Sieg errungen. Nach einem kürzlich ergangenen Urteil der 1. Zivilkammer des Landgerichts Bückeburg stehen der Frau, die in dem Durcheinander gestürzt war und sich die linke Hand gebrochen hatte, rund 1500 Euro zu. Einen Teil hat sie bereits bekommen. Klingt gut, ist es aus Sicht der Klägerin aber nicht.

Ursprünglich hatte die Frau nämlich ungefähr 11 000 Euro an Schmerzensgeld und Schadensersatz verlangt. Wegen dieser hohen Forderung erlegte Richter Reinhard Sievers der Klägerin nun etwa 90 Prozent der Prozesskosten auf, die einen großen Teil der erstrittenen Summe wieder auffressen dürften. Einem Vergleich über 2000 Euro hatte die Frau im Juli vergangenen Jahres zunächst zugestimmt, dann aber widerrufen. Hinterher ist man immer schlauer, aber mit der außergerichtlichen Einigung wäre sie wohl besser gefahren. Halbe-halbe: Dem gestern veröffentlichten Urteil zufolge tragen sozusagen beide Hunde gleich viel Schuld. Deshalb kann die Klägerin, die damals den recht kleinen Mischlingshund ihrer Tochter ausführte, von den Beklagten, Herrchen und Frauchen eines stattlichen Golden Retriever, genau 50 Prozent Schadensersatz verlangen. Auch bei einem Ortstermin in Bergdorf war es der Rintelnerin nicht gelungen, zu beweisen, dass der Golden Retriever den Schaden allein verursacht hat. Selbstbewusst wirken beide Vierbeiner. Für zwei Rüden gleichzeitig hat der Platz auf dem schmalen Fußweg, der zum Harrl führt, an jenem 27. August 2005 jedenfalls nicht gereicht. Im Begegnungsverkehr kamen die Tiere sich ins Gehege. Obwohl sie angeleint waren, gab es bald kein Halten mehr. Trotz der Größenunterschiedes ließ es derMischling auf einen Kampf ankommen. Auf der Strecke blieb ein verletztes Frauchen.




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