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Pufferhäuser für Flüchtlinge in Bad Münder stehen leer

BAD MÜNDER. Früher waren es Schulen, dann wurden sie temporäre Wohnungen. Einen Großteil der Zeit sind die Pufferhäuser im münderschen Gebiet allerdings leer. Es kommen kaum Flüchtlinge, die Zwischenwohnungen werden nicht benötigt.

Platz? Mehr als genug. Genutzt wurde die ehemalige Grundschule in Hachmühlen bisher allerdings nur ein Mal, um Flüchtlingen für kurze Zeit ein Dach über dem Kopf zu bieten. Die Schulräume wurden im November 2015 hergerichtet. Aktuell sind die Pufferh
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Benedikt Dittrich Redakteur zur Autorenseite

„Wir haben unsere Quote für dieses Jahr bereits erfüllt“, erklärt Sina Bruns von der Stadtverwaltung. Die Mitarbeiterin kann die Flüchtlinge, die derzeit in die Kurstadt kommen, an einer Hand abzählen – seit einigen Monaten. Auch der Familiennachzug läuft schleppend – in der Regel dauert er ein halbes Jahr. „Wir haben auch einen alleinreisenden Mann, der seit einem Jahr auf eine Entscheidung wartet“, berichtet Bruns.

Genau für diese Fälle waren die Puffergebäude allerdings einst eingerichtet worden: Einzelpersonen, die den beschwerlichen Weg über das Mittelmeer oder andere Routen geschafft hatten und nun ihre Familie nach Deutschland holen wollten. Stimmten die Behörden zu, war allerdings noch lange nicht eindeutig, wieviele Angehörige sich nun auf den Weg machten – ob nur Frau oder auch Kinder, Großeltern. Die Pufferhäuser sollten diese Ungewissheiten abfedern, den Mitarbeitern der Stadt Zeit verschaffen, um eine passende Wohnung zu finden. In beiden Gebäuden können laut Landkreis jeweils bis zu 20 Personen untergebracht werden.

Die Bilanz nach rund 18 Monaten: „Hachmühlen wurde ein Mal genutzt“, erklärt Bruns, „und ein anderes Mal hergerichtet, wurde dann aber nicht benötigt.“ Das Gebäude in Bad Münder hingegen wurde fünf oder sechs Mal benutzt, schätzt Bruns. Das bestätigt auch Landkreis-Sprecherin Sandra Lummitsch: „So konnte zum Beispiel eine kurzfristige Obdachlosigkeit abgewendet werden.“ Als die Familie eines in Deutschland anerkannten Flüchtlings in Bad Münder ankam, wurde in dem Pufferhaus die gesamte Familie untergebracht, bis eine größere Wohnung bezugsfertig war. Für den nächsten Monat ist bisher nur ein neuer Flüchtling für Bad Münder angekündigt.

Verkaufen oder anderweitig vermieten kann die Stadt ihre Gebäude allerdings nicht – der Landkreis hat sie bis zum Jahr 2021 angemietet. „Wir haben darüber keine Entscheidungsgewalt“, erklärt Bruns. Bezahlen muss die Stadt den Betrieb der Häuser allerdings auch nicht. Die Räume wurden im November 2015 hergerichtet – in den alten Schulgebäuden mussten zusätzlich Küchengeräte, Duschen und Betten eingebaut werden

„Wir haben auch immer mal wieder Anfragen, ob die Räume anderweitig genutzt werden können, zum Beispiel als Lagerräume“, berichtet Bruns, „auch vom Ortsrat.“ Diese Möglichkeit wurde zwischenzeitlich vom Landkreis erlaubt, wie Sprecherin Sandra Lummitsch auf Anfrage dieser Zeitung erklärt. „Das örtliche Blutspenden findet ebenfalls dort statt“, so Lummitsch.

Im münderschen Pufferhaus gibt es inzwischen eine weitere Anfrage: Ein Raum in dem Gebäude soll für einen Frauensprachkurs genutzt werden – eine Entscheidung darüber steht allerdings noch aus.



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