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Umjubeltes Neujahrskonzert der Göttinger Symphoniker / Auch Fürst Alexander greift zum Taktstock

Publikum erliegt dem Charme der Dirigenten

Bückeburg . Gelungener Auftakt zum Neujahsempfang des Bückeburger Stadtmarketings (BSM) am Samstagabend: Burschikosen Schrittes schlenderte Christoph Mueller über die Bühne des restlos besetzten Rathaussaals, den gut präparierten Göttinger Symphonikern entgegen. Der zierliche Dirigent verbeugte sich mit einem gewinnenden Lächeln und startete ohneUmschweife ins Neujahrskonzert des Kulturvereins.

Autor:

Dietlind Beinßen

Mit fast magischen Gebärden geleitete Mueller die Instrumentalisten ausgesprochen exakt, aber auch sehr temperamentvoll durch ein mit unterschiedlichsten Kleinodien gespicktes Programm, das zwar nicht auf Theaterdonner verzichtete, aber wohltuenderweise immer wieder Tore zur hintergründigen Melancholie öffnete. In Crusells "Introduktion und Variationen über ein schwedisches Lied" zum Beispiel folgten die "Göttinger" und der virtuose Klarinettist Dimitri Ashgkenazy ihrem agilen Stabführer wie auf Zehenspitzen und musizierten so luftig und duftig, als ob eine Engelsschar auf Wolke sieben Federball spielte. In Korngolds 1953 enstandener "Straussiana" ging´s dann schnell zurück auf die Erde, da wurde gehörig an der Temposchraube gedreht und die farbenfrohe Hommage ins helle Licht gerückt. Gleiches gilt für die Polka "Leichtes Blut" und dem zwischen Fieberphantasie und präziser Diagnose pendelnden "Delirien-Walzer" von Johann, beziehungsweise Josef Strauß. Der charmante Leiter steuerte nicht nur sein Orchester sicher durch alle rhythmischen Klippen, sondern zudem auch allerhand launige und informative Einführungen bei. Er reihte den Worten Taten an und behielt die ideale Übersicht bei von Webers "Aufforderung zum Tanz" in der Berlioz´schen Fassung: Naiv und komplex, vielschichtig und eingänglich zugeich ist die Musik - und doch immer eine Herausforderung für jede Formation und den ersten Cellisten. Die rechte Mischung aus Vorwärtsdrang (alias Drive) und Stimmungsmalerei prägten die "Karelja-Suite" von Sibelius und von Webers "Concertino", in dem sich der Klarinettist wiederum bestens in Szene setzten konnte. Zu einer kleinen Sensation entwickelte sich später ein klassischer Hit. Nach den launigen Einführungsworten: "Herr Mueller hat kurz was zu erledigen!" betrat Fürst Alexander das Pult und brachte als "Einspring-Dirigent" den "Military March Nr.1" aus Elgars "Pomp und Circumstance" höchstpersönlich ans dankbare Volk. Der Appetit der Zuhörer auf mehr wurde in den anschließenden Stücken und im lautstark erklatschten langen Zugabenreigen erneut von Christoph Mueller als Oberhaupt der Crew gestillt. Gleich zweifach bedient, wird man gern wiederkommen. Im Anschluss an das Konzert lud das Bückeburger Stadtmarketing zum Stehempfang in die nur wenige Schritte entfernte Kundenhalle der Sparkasse ein. Zum BSM-Neujahrsempfang siehe auch unseren Bericht unten.

"Spitze": Das Publikum erklatscht sich lautstark Zugaben.



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