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Pflegeheim Nora: Anlieger greifen die Gemeinde scharf an

"Provinzposse" und "Mafia-Methoden"

Lauenau (bab). Die Korrektur des Bebauungsplans für das Seniorenpflegeheim "Nora" hat erneut die Anwohner auf den Plan gebracht. Bei der Bürgerfragestunde der Ratssitzung machten sie ihrem Unmut erneut Luft. Als "Provinzposse" und "Mafia-Methode" bezeichneten sie das Vorgehen von Rat und Verwaltung. Die Anlieger kündigten an, weiter gegen das Bauvorhaben anzugehen.

Der Rat Lauenau hat dieÄnderung des Bebauungsplans "Danziger Straße" beschlossen. Nach einer Normenkontrollklage der Anlieger hatte das Oberverwaltungsgericht (OVG) Lüneburg entschieden, dass die Festsetzungen der ursprünglichen Bauleitplanung nicht detailliert genug ausgeführt waren (wir berichteten). Die Verwaltung hat eine Korrektur vorgenommen. Mit neun Ja-Stimmen und zwei Enthaltungen von CDU-Ratsmitgliedern ist die neue Fassung verabschiedet worden. Jörg Döpke, stellvertretender Gemeindedirektor, hatte den Ratsmitgliedern die Stellungnahme des Gerichts noch einmal zusammengefasst. Er erwähnte dabei, dass das OVG keine Bedenken hege, dass das Vorhaben zu einer "erdrückenden Bauweise" führe. Es gehe weiterhin nicht davon aus, dass es zu Verkehrsproblemen kommen werde. Zudem sei es nach der nun beschlossenen Fassung nicht möglich, auf der zehn Meter breiten Fläche zu parken, die im Norden den Abstand zu den Anliegergrundstücken markiert. Auch die östliche Baugrenze "ist unter Berücksichtigung des Ist-Bestandes und des geplanten Erweiterungsbaus" nach Westen zurückgenommen. Die Anlieger, die bereits kurz nach Bekanntwerden der Pläne aufbegehrt und dann juristische Schritte eingeleitet hatten, sind trotzdem nicht einverstanden. "Wir werden nicht aufhören, wir machen das Ding weiter", kündigte Werner Vennekamp, einer der nördlichen Anlieger, weiteren Widerstand an. Er ärgerte sich zudem darüber, dass eine Baulast bei der Gemeinde eingetragen worden sei, damit "Nora" im Nordwesten eine Fluchttreppe am Rand des Grundstücks bauen kann. "Die Gemeinde verschenkt unser aller Geld", sagte Vennekamp. Er sehe nicht ein, wieso einem Betrieb einfach öffentlicher Grund und Boden zur Verfügung gestellt werde. "Welcheöffentlichen Interessen stehen dagegen?", fragte Döpke, der ebenso wie Bürgermeister Heinrich Laufmöller (SPD) entgegnete, dass die Belange der öffentlichen Träger berücksichtigt wurden und dass auf die Interessen der Anlieger eingegangen worden sei. Zudem werde der überarbeitete Plan nun noch einmal 14 Tage ausgelegt. "Man hat uns etwas anderes versprochen", warf Vennekamp den Gemeindevertretern vor. In den Anfängen der Bebauung seien die Anlieger über Art und Ausmaße des Seniorenwohnheims ganz anders informiert worden. Weitere Anlieger beschwerten sich in der Sitzungüber das Bauvorhaben und die Größe ebenfalls. Auch Interna des Heimes wurde beanstandet. Die Fragestunde mündete in einen Schlagabtausch, bei dem die Wortführer der Anlieger Rat und Verwaltung scharf angriffen. Als "Provinzposse" bezeichnete eine Frau, die angab, erst kürzlich nach Lauenau gezogen zu sein, die Angelegenheit. Vennekamp warf der Gemeinde "Mafia-Methoden" vor. Laufmöller rief ihn zur Ordnung.

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