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Kreisstraße 80 bei Möllenbeck für Biker gesperrt / "Wir sind keine Bekloppten!"

Protest von 200 Motorradfahrern

Möllenbeck. Der Widerstand rollt. Knapp 200 "Biker" haben am Mittwochabend dagegen demonstriert, die Kreisstraße 80 bei Rinteln an Wochenenden und Feiertagen für Motorräder zu sperren. "Wir machen weiter, bis die Sperrung weg ist", kündigte Günter Beyer an, Wirt der Motorradfahrer-Kneipe "Günter's Kurve" in Kükenbruch (Extertal), der sich an die Spitze der Protest-Bewegung gesetzt hat. Fürs erste war Beyer "selbst ein bisschen überwältigt", denn "mit so vielen Teilnehmern hatte ich nicht gerechnet". Unterstützung kommt von der "Biker Union", einer bundesweiten Vertretung der Motorradfahrer. "Wir werden alles tun, damit die Sperrung möglichst schnell wieder verschwindet", versprach deren Vizechef Christian "Terror" Görlitz (Hamm). Das Fahrverbot stehe "auf wackeligen Beinen".

Autor:

Stefan Lyrath

Biker halten zusammen. Sie grüßen sich auf der Straße, ohne einander zu kennen, duzen sich, und wenn einer eine Panne hat, halten andere an, um zu helfen. Als besonders ruhiger und besonnener Vertreter seiner Art, der es nur auf der Rennpiste krachen lässt, gilt Günter Beyer. Das Fahrverbot lässt ihm jedoch fast den Kinnriemen reißen: "Wir sind keine Bekloppten, keine Rowdys oder Menschen zweiter Klasse", stellte Beyer klar, bevor die Demo-Fahrt über Silixen, Möllenbeck, Krankenhagen und wieder zurück führte. Der Sprecher setzte sich aber auch kritisch mit einem Teil der eigenen Fraktion auseinander. "Leider gibt es in jeder Gruppe Ausreißer", sagte er. Wegen einzelner Biker sei die Straße gesperrt. "Und dagegen wehren wir uns." Die K 80 durch den Möllenbecker Wald ist bei Bikern besonders beliebt. Sie bietet reizvolle Kurven. Wohl deshalb verwechseln einige Motorradfahrer die Strecke mit einer Rennpiste und pfeifen aufs Tempolimit. Wiederholt hat es dort Stürze gegeben, zum Teil mit schweren Verletzungen. Darüber hinaus verursachen Raser Lärm, der die Anwohner ebenfalls stört. Seit dem 19. Juli ist die Kreisstraße an Wochenenden und Feiertagen zunächst bis Ende Oktober für Kräder gesperrt. Um Platz für den Kiesabbau zu schaffen, soll die Trasse eines Tages ganz verschwinden. Widerstand leistet eine Interessengemeinschaft gegen die Einziehung. Deren Sprecher Manfred Stoller (Silixen) vertrat während der Abschlusskundgebung bei "Günter's Kuve" die Auffassung, dass das Fahrverbot die Probleme nur auf andere Straßen verlagere.




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