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Hohnhorst bekommt einen Fußgängertunnel und Rehren A/R eine Querung / Erster Bauabschnitt soll 2009 starten

Protest hat Erfolg: Bahn besinnt sich auf alte Pläne

Hohnhorst (tes). Als "einen historischen Augenblick" hat Bürgermeister Otto Lattwesen die Ergebnisse des jüngsten Gesprächs mit der Bahn AG gewertet. Demnach sind die von Hohnhorster Seite heftig kritisierten Pläne vom Tisch, möglichst viele der höhengleichen Übergänge zu schließen. Die Bahn will 2009 in Hohnhorst beginnen, Haste wäre allerdingserst danach an der Reihe - und auch nur, wenn noch genügend Geld da ist.

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Erleichterung im Rat der Gemeinde: Nach dem Veto aus Hohnhorst hat sich die Bahn auf die alten Pläne von 1998 besonnen, die deutlich weniger Einschränkungen vorsehen. Danach wird in Hohnhorst ab 2009 kräftig gebaut: Zusätzlich zum Ausbau der Hauptstraße und des Radwegs soll der Bahnübergang an der Straße "Zum Walde" Richtung Kornweg (Scheller) wegfallen. Am Übergang Hauptstraße in Richtung Rehren A/R ist ein Fußgängertunnel zum Friedhof vorgesehen sowie ein Ausbau der Querstraße an der Bahntrasse zwischen Kornweg und Hauptstraße. Zudem soll als Ausweichstrecke für den Verkehr aus Rehren A/R eine Querung errichtet werden, die von der Ohndorfer Straße auf halber Strecke zwischen Rehren und Hohnhorst auf die Hauptstraße (K 50) einmündet. Die große Brücke, die in Scheller als Ersatz für den Haster Bahnübergang geplant ist, wird laut Lattwesen für eine zweispurige Bahntrasse ausgelegt. Der vierspurige Ausbau des Schienennetzes sei aus Kostengründen erstmal vom Tisch, hat der Bürgermeister erfahren. Laut Bahn wäre es jedoch kein Problem, die Trasse trotz Brücke zu erweitern. Wann diese Planungen weitergehen, wird in Berlin entschieden. Das Großprojekt "Bahnübergänge" in Haste und Hohnhorst soll in zwei Abschnitten über die Bühne gehen. Das erste der künftig getrennten Vorhaben soll in Hohnhorst starten. Nach Angaben ihres Sprechers Jonas Buchholz plant die Bahn den Baubeginn in 2009, berichtete Lattwesen. Der Haken: Haste muss warten. Dieser zweite Bauabschnitt wird geschoben bis absehbar ist, ob nach den Maßnahmen in Hohnhorst noch genug Geld übrig ist. Laut Eisenbahnkreuzungsgesetz tragen der Bund, die Bahn und der Landkreis als Straßenbaulastträger je ein Drittel der Kosten. Für die anteilige Finanzierung des Fußgängertunnels (geschätzte Gesamtkosten 1,5 Millionen Euro) kann Hohnhorst mit Fördermitteln nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz rechnen. Für Haste wird dann aber die Zeit knapp: Eine Förderung aus diesem Topf ist bislang nur bis 2014 möglich. Heikel wird zudem die Entscheidung am Haster Kirchweg. Dort steht Hohnhorst vor der Wahl, sich entweder an den Kosten für Halbschranken zu beteiligen, oder - aus Sicht der Bahn noch besser - den Bahnübergang ganz zu schließen. "Das ist die zentrale Verbindung für Radfahrer und Fußgänger zwischen Haste und Hohnhorst", betonte Rudolf Früke. Auch Lattwesen erklärte, er würde diesen Übergang gern erhalten: "Auch als mögliche Umleitung. Aber das würde uns etwa 150 000 Euro kosten". Ohnehin rechne er mit Verzögerungen, sagte der Bürgermeister, weil ein Landwirt der Schließung dieses Bahnübergangs nicht zustimmen will. Dieser hat einen Trumpf in der Hand: Ihm gehört die Fläche, auf der die große Überführung Scheller/Haste geplant ist. Sollte der Bahnübergang am Kirchweg wegfallen, würde es der betreffende Landwirt im Gegenzug möglicherweise auf eine langwierige Enteignung ankommen lassen, betonte Lattwesen.

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