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Prominenter Pate

Bad Münder. Das Leben von Rainer Meifert gleicht einer Achterbahnfahrt. Der 47-Jährige startete sein Karriere als Model, wurde Ende der 90er-Jahre durch seine Rolle in der Daily-Soap „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ bekannt, versuchte sich als Sänger. Vor zwei Jahren gab Meifert in einem Interview zu, von 2002 bis April 2012 schwerst drogenabhängig gewesen zu sein. Im November 2014 zeigte der Fernsehsender ZDF Neo Meiferts Reportage „Ausgekokst – mein Drogentrip“, in dem er seine eigenen Erfahrungen mit Kokain thematisiert. Jetzt unterstützt der Schauspieler als Pate die vom Münderaner Martin Rietsch ins Leben gerufene Kampagne „against drugs and violence“.

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Autor:

von mira colic

Für Dreharbeiten mit Rietsch, der als Künstler auch unter dem Namen „2schneidig“ bekannt ist, war Meifert jetzt zwei Wochen in Bad Münder. Ideal findet der Schauspieler und Produzent vor Ort die Arbeitsbedingungen: „Hier hast du Ruhe und keine Ablenkung, wie etwa in Berlin.“ Dort haben die Beiden mit der Arbeit an den Trailern begonnen. Gewohnt hat der 47-Jährige während der vergangenen 14 Tage in Hameln, einem Ort, „den ich immer schon mal sehen wollte, wegen der Rattenfängersaga“.

Kennengelernt haben sich Rietsch und Meifert auf einer Charity-Gala in Bremen. „Ich habe dann etwas recherchiert und mir Rainers Doku angesehen“, erzählt Rietsch. Mit der Ausstrahlung von „Ausgekokst“ hat Meifert viel Aufmerksamkeit erfahren; war Gast bei Stern TV und Spiegel TV. „Ich weiß, dass es viele Jugendliche mit Drogenproblemen gibt. Mit meiner eigenen Erfahrung möchte ich ihnen gerne helfen“, erklärt Meifert sein Engagement. Er bewundere Rietsch für das von ihm ins Leben gerufene Projekt, „ich habe leider selbst keine Zeit, so etwas auf die Beine zu stellen“. Deswegen habe er jetzt die Chance zur Zusammenarbeit gerne genutzt, „um aktiv mitzuhelfen“.

Mit Meifert hat sich Rietsch einen erfahrenen Partner an die Seite geholt, der seit 30 Jahren „in diesem Geschäft“ ist. Die Dokumentation, an der sie arbeiten, soll in die Schularbeit von Rietsch einfließen. Erstmals gezeigt werden soll sie im September an drei Schulen in Brasilien, unter anderem in Rio de Janeiro. Dort wird Meifert auch mit dabei sein.

Geprägt hat den 47-Jährigen die für seine Doku notwendige Reise durch Kolumbien – einem der größten Kokainproduzenten der Welt, „wo bereits Sechsjährigen Drogen verkauft werden“. Er selbst habe viel Glück gehabt, von den Drogen losgekommen zu sein. „Es gibt Menschen, die stehen nicht wieder auf.“ Umso wichtiger sei es, Kinder zu schützen, nicht nur vor harten Drogen, sondern auch vor Alkohol, der häufig als Einstieg für andere Suchtmittel diene. „Ich hätte wohl nie Drogen genommen, wenn ich nicht getrunken hätte“, ist Meifert überzeugt. Der Übergang zwischen Genuss und Sucht sei häufig fließend. Aus diesem Grund trinke er heute kaum noch.

Als Pate der Kampagne wird Meifert auch im Juni bei den Charity-Masters in Bremen antreten, bei dem Promis und ehemalige Profi-Fußballer für Rietschs Vereinsarbeit „Aktion liebe deine Nächsten“ spielen. Trainiert haben sie dafür auch schon. Gekickt wurde mit der Damen-Fußballmannschaft des TSV Nettelrede, die Rietsch lange als Vize-Trainer betreut hat. „Ich habe dabei einen ganz schönen Muskelkater davongetragen“, sagt Meifert lachend.



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