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Vor Gericht: Beide Auto-Insassen leugnen, am Steuer gesessen zu haben / 37-Jähriger wird verurteilt

Promille-Unfall - und keiner will's gewesen sein

Rinteln (maf). Mit einer Geldstrafe von 1600 Euro hat Richter Christian Rost die mit einem Unfall endende Trunkenheitsfahrt eines 37-jährigen Arbeiters geahndet. Außerdem muss der Rintelner noch weitere fünf Monate auf seinen Führerschein verzichten.

Im Januar vorigen Jahres war der Mann mit einem BMW und 1,7 Promille Alkohol im Blut auf der Extertalstraße gegen einen Baum geprallt, wobei er sich Schnittverletzungen im Gesicht und an der Hand zugezogen hatte. Vor Gericht bestritt der Angeklagte allerdings, den Wagen überhaupt gesteuert zu haben: "Ich habe bei dem Auto noch nie hinter dem Steuer gesessen." Den Erkenntnissen des Gerichts zufolge muss sich der Fall so abgespielt haben: An einem Freitagabend traf sich der Arbeiter mit Bekannten in einem Lokal und trank reichlich Alkohol, ehe er gegen 21 Uhr mit einem Kumpel (29) die Gaststätte verließ. Die Männer setzten sich in den BMW, der auf den Namen der Mutter des 29-Jährigen zugelassen war, und fuhren davon. Auf der Extertalstraße verlor der nicht angeschnallte Angeklagte die Kontrolle über den Pkw, der mit der rechten Seite gegen einen Baum prallte. Als die Polizei an der Unfallstelle eintraf, gab der Bekannte an, er habe auf dem Beifahrersitz gesessen - gefahren sei der Angeklagte. Den Beamten kamen zunächst Zweifel an dieser Darstellung, weil der BMW nur an der Beifahrerseite beschädigt war und nur der dortige Airbag Blutspuren aufwies, der Bekannte aber unverletzt war - stattdessen hatte der Angeklagte die nicht unerheblichen Schnittwunden erlitten. Während der Arbeiter ins Krankenhaus gebracht wurde, kristallisierte sich aber heraus, dass sein Bekannter wohl doch auf dem Beifahrersitz gesessen hatte. Denn die Beamten fanden am Oberkörper des 29-Jährigen Prellmarken des Anschnallgurtes. Ein technischer Sachverständiger bestätigte, dass sich diese Sitzposition mit dem Unfallverlauf in Einklang bringen lässt. Demnach kann der Arbeiter bei dem Unfall in Richtung des Beifahrersitzes geraten und mit dem Gesicht auf den sich öffnenden Airbag geknallt sein. Splitter der im rechten Bereich beschädigten Windschutzscheibe führten zu den Gesichtsverletzungen. Dagegen leugnete der Rintelner bis zuletzt die Tat: Er sei nicht gefahren, beteuerte er. Sein Bekannter machte keine Angaben zu dem Geschehen an jenem Januarabend. Auch der Bruder des Bekannten verweigerte zunächst grundlos die Aussage und stand kurz davor, in Beugehaft genommen zu werden. Später sagte er, der Angeklagte sei nicht der Fahrer gewesen. Für Richter Rost bestanden jedoch keine Zweifel, dass der Angeklagte den Unfall verursacht hatte.




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