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Trend beim Lesen geht in Richtung Romantik und Fantasie / Und: Tasse Kaffee in der Stadtbücherei

Prinzessinnen, Vampire und Einhörner

Stadthagen (sk). Kinder, Jugendliche und Erwachsene greifen in der Stadtbücherei vorzugsweise zu romantischer, fantastischer und selbst im Sachbuchbereich zu im wahrsten Sinn des Wortes alltagsferner Literatur. Diesen Trend hat Büchereileiterin Cornelia Reuter festgestellt.

"Mädchen ziehen alles aus dem Regal, was rosa ist und glitzert", beobachtet Reuter einen Lesetrend bei den jungen weiblichen Büchereinutzern. Bonbon-rosa leuchtet unter anderem der Deckel der "Ponyfee"-Bücher von Barbara Zoschke, und die Schrift auf dem Bücherrücken funkelt. Feen, Prinzessinnen,Einhörner bevölkern die lieblich-mädchenhaften Geschichten. "Mütter, die mit emanzipatorischem Ansatz aufgewachsen sind, müssen schlucken", vermutet Reuter. Romantisch-fantastisch, aber spannender lieben es die Jugendlichen und auch ältere Leser. Die Romanfolgen von Stephenie Meyer kommen - ähnlich wie die Harry Potter-Roman - in vielen Altersgruppen an. Nicht Zauberer oder Hobbits stellt die amerikanische Autorin in den Mittelpunkt ihrer Geschichten, die bereits einen Genrenamen verpasst bekommen haben: Biss-Romane. Vampire sind die neuen Protagonisten, seien "eine richtige Welle", soReuter. Nach Meyers Erfolg haben andere Autoren nachgelegt. "Weg von der Realität" gehe der Ausleihtrend auch in der nicht-fiktionalen Literatur. Einen absoluten Boom verzeichneten persönliche Reisebeschreibungen à la Hape Kerkeling ("Ich bin dann mal weg"). Im Bereich Weiterbildung liegen Fremdsprachen vorn. Hier greifen Erwachsenen wie auch Kindern zu. Und die Vampire mischen mit. Der vierte Stephenie-Meyer-Roman lag bislang nur in englischer Sprache vor, wurde gleichwohl verlangt und gelesen. Rückläufig in der Ausleihe sind Musik CD's, Hörbücher jedoch "seit drei Jahren ungebrochen im Trend", so Reuter. Dabei müsse man doch erst einmal Zeit finden, sich 480 Minuten lang Geschichten vorlesen zu lassen. Ein Hörbuch umfasst oft acht CD's. Mit der Frequentierung der Bücherei im bislang abgelaufenen Jahr ist Reuter sehr zufrieden: "Wir können nicht klagen." Im Vergleich zu den Vorjahren hätten auch in den Sommerferien viele Kinder und Jugendliche Bücher ausgeliehen. Den Grund dafür vermutet Reuter in den schwieriger werdenden finanziellen Verhältnissen in den Familien. Drei Wochen in Urlaub fahre kaum noch jemand. Ausweiten will die Bücherei ihr Angebot an Zeitschriften, vor allem zu Hobby-Themen. Zeitungen und Zeitschriften können zwar nur direkt in der Bücherei gelesen werden, dafür gibt es zur Lektüre im Ledersessel seit einigen Wochen auch die Möglichkeit, eine Tasse heißen Kaffee zu genießen. Der Förderverein der Stadtbücherei hat einen Kaffeeautomaten angeschafft.




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