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Premiere Meisterkonzerte: Klassik mit Konstanze von Gutzeit

BAD MÜNDER. Großes Gedränge auf der Bühne: 43 Musiker suchen ihre Plätze, davor wartet, links vom Dirigenten, die Solistin des Abends auf ihren Einsatz. Das war die Szenerie am Dienstagabend beim Eröffnungsauftritt der Meisterkonzerte in Bad Münder.

Großer Applaus für die Solistin: Konstanze von Gutzeit überzeugte gemeinsam mit dem Orchester „Lemberg Sinfonietta“ die Zuhörer bei der Saisonpremiere der Meisterkonzerte im Martin-Schmidt-Saal. FOTO: GÖMANN

Autor:

Dieter Gömann

Dargeboten wurde das Konzert von der „Lemberg Sinfonietta“ unter der Leitung von Ilya Stupel und der Cellistin Konstanze von Gutzeit im Martin-Schmidt-Konzertsaal.

Dass Sinfoniekonzerte im herkömmlichen, dreigeteilten Strickmuster – Appetithappen, Solokonzert und Sinfonie – in Bad Münder einen hohen Stellenwert haben, verdeutlichte auch dieser Abend. Wie anders ist es zu verstehen, dass das Konzert praktisch ausverkauft war?

Dreimal Klassik und einmal Romantik bestimmten das musikalische Genre. Den Auftakt setzte die „Lemberg Sinfonietta“ mit der Egmont-Ouvertüre f-moll op. 84 von Ludwig van Beethoven. Sie zeichnet in der Art der Programmmusik die Person und das Schicksal des Titelhelden zu Goethes „Egmont“ im Kampf der Niederländer gegen die Spanier nach. Der inhaltliche Bezug zum Freiheitskampf, in dem Egmont eine führende, tragische Rolle spielt, ist unüberhörbar. Das Abbrechen des Motivs und die folgende Generalpause – sie bedeuten Egmonts Tod.

Das großartige Orchester zeichnete unter der Leitung seines umsichtig agierenden Dirigenten Ilya Stupel eindrucksvoll die Wiedergabe. „Bravo!“ Es war das spontane Empfinden eines Zuhörers in den vorderen Reihen.

Danach dann das Konzert für Violoncello und Orchester a-moll op. 129 von Robert Schumann. Konstanze von Gutzeit, Solocellistin des Rundfunk-Sinfonieorchesters Berlin, interpretierte das Werk mit höchster Präzision und technischer Perfektion sowie in homogener Abstimmung mit dem Orchester. Dass dieses auch leise Töne kann, wurde deutlich, als es Rücksicht nahm auf die natürliche tiefe Lage des Solo-Instruments. Das durchkomponierte, einsätzige Werk – es besteht ein fließender Übergang zum zweiten und dritten Satz – ist gekennzeichnet durch zarte Lyrik und feurigen Schwung. Die Solistin gestaltete das Konzert zu einem Genuss romantischer Musik. Großer Beifall am Ende.

Nach der Pause dann Klassik II – mit der Sinfonie Nr. 100 G-Dur, der „Militär-Sinfonie“, von Joseph Haydn. Das Werk gehört zu den berühmten „Londoner Sinfonien“. Der Titel „Militärsinfonie“ bezieht sich auf den zweiten und vierten Satz, in denen durch Triangel, Pauke, Becken und Großer Trommel die Assoziation einer Militärkapelle entsteht. Der zweite Satz enthält zudem ein Trompetensignal. Militärmusik pur kündigt sich an und schafft sich Raum gegen Ende des vierten Satzes (Finale Presto) mit einem kurzen Pauken-Solo und dem erneuten Einfall der Kriegsmusik, die den Schlusssatz begleitet. Klassik III erlebten die Zuhörer mit der Zugabe der Ouvertüre zu Mozarts „Figaros Hochzeit“.

Eingangs hatte Generalmusikdirektor Volker Schmidt-Gertenbach, künstlerischer Leiter der Meisterkonzerte, jene Einführung mit Musikbeispielen zur Egmont-Ouvertüre gegeben, die aufgrund technischer Probleme den Besuchern der „Highlights aus 2017“ im Januar verwehrt geblieben war.

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