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Kalender zu Flucht und Vertreibung: Klasse 10 b gewinnt im Schülerwettbewerb zur politischen Bildung

Preis für beeindruckendes Pestalozzi-Projekt

Rinteln (cok). "Betrifft: Gewinn eines Spitzenpreises" - so stand es in einem Schreiben an die Schüler und Schülerinnen der Klasse 10 b der Rintelner Pestalozzischule. Und wirklich - sie gehörten zu den allerbesten von über 60 000 Jugendlichen, die sich am renommierten "Schülerwettbewerb zur politischen Bildung" beteiligt hatten. Ihr Thema, das die 40-köpfige Jury so beeindruckte: "Flucht und Vertreibung 1945/46".

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"Wir sind sehr stolz und glücklich", sagt Klassenlehrer Heinz Hering, "diese Auszeichnung ist etwas ganz Besonderes!" Und das nicht nur, weil es für die insgesamt fast 2800 teilnehmenden Gruppen nur sieben Hauptpreise zu gewinnen gab, sondern weil es ein so gutes Gefühl ist, dass eine Arbeit, die sie selbst alle sehr berührt hatte, nun auch offiziell Anerkennung fand. Die Jugendlichen hatten Zeitzeugen aus Rinteln und Umgebungüber ihre abenteuerliche und meist tragische Kriegsflucht und Vertreibung aus dem Osten befragt und auch darüber, wie es ihnen erging, als sie arm und abgerissen im Westen ankamen und ein neues Leben beginnen mussten. Aus Fotos, Interviews und Dokumenten entstand ein Kalender mit lauter individuellen Geschichten von Untergang, Überleben und Neubeginn. Der Schülerwettbewerb zur politischen Bildung wird jährlich ausgeschrieben unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten, mit dem Ziel, wichtige Themen in die Schule hineinzutragen und ungewöhnliche Wege des Lernens zu fördern. Zur Auswahl standen Themenbereiche wie: "Alles nur geklaut", "Kinderarmut in Deutschland" oder "Fairer Handel - alles nur Banane?" Den Ausschlag zur Wahl von "Flucht und Vertreibung" brachte wohl auch die Tatsache, dass der Großvater eines der Pestalozzischüler selber ein ehemaliger Flüchtling ist und dann ja auch im Kalender portraitiert wurde. Für Christian Schubert war diese Zusammenarbeit mit seinem Großvater eine ganz besondere Erfahrung, vor allem beim Besuch des Geburtshauses von Hans Dolz in Misdroy. "Ich war wirklich ganz aufgeregt und konnte das alles gar nicht glauben." Was die Schüler der 10 b nun gewonnen haben, ist eine Klassenreise nach Bonn, auf der ihnen eine Woche lang ein Reisebus zur Verfügung steht, um sie ins "Haus der Geschichte", zu einer Schifffahrt auf dem Rhein oder zum Schmaus bei einem guten Italiener zu fahren. Diese Reise im Mai wird für die Schüler noch mal ein fröhliches Gemeinschaftserlebnis sein, bevor sie sich dann in die Vorbereitung für die Abschlussprüfung zum erweiterten Hauptschulabschluss stürzen. Darüber hinaus aber werden sie auch niemals die oft sehr bewegenden Begegnungen mit den alten Leuten vergessen, die intensiven Gespräche, die gemeinsame Arbeit an einem Projekt, aus dem sie so viel Sinnvolles für sich selber lernen konnten.

Die Klasse 10 b der Rintelner Pestalozzischule mit ihrem Lehrer
  • Die Klasse 10 b der Rintelner Pestalozzischule mit ihrem Lehrer Heinz Hering. Im Mai geht es für eine Woche nach Bonn.
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