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Prägende Jugendarbeit

Heuerßen (ssr). Über Jahrzehnte hinweg ist er eine der prägenden Persönlichkeiten in der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Schaumburg- Lippe gewesen: Hellmut Pahlow. Der frühere Superintendent und Heuerßer Pastor ist am vergangenen Mittwoch im Alter von 89 Jahren gestorben. Er hinterlässt seine Ehefrau Gertraud sowie vier Kinder und neun Enkelkinder.

Hellmut Pahlow?

Der 1919 in Ost-Pommern als Sohn eines Pastoren geborene und aufgewachsene Pahlow hatte nach dem Abitur ein Theologiestudium in Bethel aufgenommen. Dieses musste er unterbrechen, weil er gleich zu Beginn des Zweiten Weltkriegs als Flak-Soldat eingezogen wurde. Fünf Jahren im Kriegseinsatz schloss sich eine Kriegsgefangenschaft an. Nach der Rückkehr setzte er sein Studium in Zürich und Göttingen fort. Von 1949 an absolvierte Pahlow sein Vikariat beim damaligen Landesbischof Wilhelm Henke in Bückeburg. Vier Jahre später trat er sein Pastorenamt in Heuerßen an, das er 32 Jahre lang bekleidete. Von 1967 bis zum Eintritt in den Ruhestand war er Superintendent des damaligen Inspektionsbezirks Stadthagen-Hagenburg. Pahlows große Leidenschaft galt der Jugendarbeit - und zwar über den kirchlichen Rahmen hinaus. Rein äußerlich spiegelt sich das in seinem langjährigen Engagement als Landesjugendpastor (1964-1985) und als Vorsitzender des Kreisjugendrings (1960-1985) wider. Das Entstehen von Schaumburger Jugendeinrichtungen wie der in Schloss Baum sowie in Spiekeroog und Frossee wäre ohne Pahlow nicht denkbar gewesen. Für all' das wurde ihm die Auszeichnung mit dem Bundesverdienstkreuz zuteil. Dass er beide Funktionen bis zum Alter von 66 Jahren wahrnahm und gleichzeitig unermüdlich an der Basis Jugendarbeit betrieb, zeigt, in welch außergwöhnlichem Maße er unter Jugendlichen, Kollegen und Fachleuten anerkannt war. Pahlow praktizierte kirchliche Jugendarbeit von Anfang an als "offene Jugendarbeit" - bis in die siebziger Jahre hinein in Schaumburg-Lipper kirchlichen Kreisen ein fast revolutionärer Ansatz. Es gelang ihm, Jugendliche aus allen sozialen Schichten, mit unterschiedlichen Interessen und gesellschaftichen Grundeinstellungen, aus kirchennahen wie kirchenferneren Familienhäusern zusammenzuführen.



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