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Alan Parsons Project begeistert 1800 Fans auf der Parkbühne

Pop/Rock-Tüfteleien im Sinfoniegewand

Hannover. Wie kaum ein anderer nutzte Alan Parsons in den 70er und 80er Jahren die ihm zur Verfügung stehenden technischen Möglichkeiten. Angetrieben von seinem magischen Hang zum Detail, erschuf er, zusammen mit seinem musikalischen Partner Eric Woolfson, monumentale Klangkunstwerke, die bis heute einen hohen Stellenwert in der Musikgeschichte haben. Mit wechselnden Musikern produzierte Parsons Nr.-1-Alben am Fließband, die sich insbesondere in Deutschland gut verkauften – darunter „Eve“ (1979), „Eye In The Sky“ (1982), „Ammonia Avenue“ (1984) und „Vulture Culture“ (1985).

Los geht es mit „I Robot“, dann kurze Zeit später der erste emotionale Höhepunkt: Parsons greift zum Mikro und singt mit „Don’t Answer Me“ einen seiner größten und bekanntesten Hits. Ansonsten hält sich der 66-Jährige vocal im Hintergrund, überlässt das Intonieren seiner Hits den grandiosen Begleitmusikern. Allen voran Leadsänger PJ Olsson, der die meisten Songs an diesem Abend singt. Bei „Psychobabble“ übernimmt erstmals der ausgezeichnete Saxofonist/Gitarrist Todd Cooper das Mikro – später brilliert der Allrounder bei „The Turn Of A Friendly Card Part 2“ mit einem Sax-Solo. Als hätte Parsons den Song „Wouldn’t Wanna Be Like You“ für ihn komponiert – Gitarrist Alastair Greene lässt an diesem Abend keine Zweifel aufkommen, dass er ebenfalls zu den vocalen Aushängeschildern der Band gehört.

Hüpfte einen Tag vorher noch Limp Bizkit-Frontmann Fred Durst wie ein Wiesel über die Parkbühne, verzichtet Parsons an diesem Abend auf Hampeleien und aufgesetzte Showeffekte. Die Band spielt wie aus einem Guss, jeder der Musiker setzt bei seinen Solo-Interpretationen wichtige Akzente.

„If You Believe In The Power Of Magic“ heißt es in einem von Parsons Songs – und diese „Magic Moments“ fluten zum Schluss der Show das Parkbühnen-Gelände. „Lucifer“, die bekannte Intromelodie des WDR-Magazins Monitor, ertönt und sorgt für einen deutlich hörbaren Aha-Effekt. Dann „Sirius“ – dieses Instrumentalstück wurde weltberühmt bei der Zelebrierung der Mannschaftsaufstellung des NBA-Basketballteams der Chicago Bulls. Danach ein nahtloser Übergang zu „Eye In The Sky“ – Uah, was für eine Performance.

Das Publikum erlebte ein Konzert, das einen hohen Wohlfühlfaktor hatte – genoss ein Sounderlebnis der Extraklasse. Ein bescheiden wirkender, fast scheuer Protagonist, zelebrierte mit seinen Musikern die hohe Kunst des perfekten Musizierens – mehr geht nicht.

Alastair Greene (links) und Todd Cooper überzeugten gleichwohl als Musiker und Sänger.




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