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Beamte können kurzfristig anberaumten Band-Auftritt in Bakede nicht verhindern / Etwa 100 Besucher

Polizei-Großaufgebot bei Hooligan-Konzert

Bakede (mf). Das Konzert einer sogenannten Hooligan-Band hat am Sonntagabend zu einem Großeinsatz der Polizei in Bakede geführt. Nach Informationen der Neuen Deister-Zeitung waren mehr als 50 Beamte im Einsatz.

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Die einschlägig bekannte Bremer Band „Kategorie C“ hatte ursprünglich ein Konzert in Hannover geben wollen – offenbar im Zusammenhang mit dem dort ausgetragenen Fußballspiel Hannover 96 gegen Werder Bremen. Warum der Auftritt in der Landeshauptstadt kurzfristig abgesagt wurde, ist unklar. Fest steht: Die vierköpfige Band, die dem gewaltbereiten Hooligan-Umfeld und teilweise auch der Neonaziszene zugerechnet wird, wählte als Ausweichspielstätte eine nicht mehr betriebene Gaststätte in Bakede. Die Polizei, die davon durch verschiedene Ermittlungs- und Observationsmaßnahmen am Nachmittag Kenntnis erlangte, schickte eine halbe Hundertschaft an den Süntel. Dabei wurden Einsatzkräfte der Polizeiinspektion Hameln-Pyrmont von Kollegen der Bereitschaftspolizei Hannover unterstützt. Vor Ort waren außerdem Mitarbeiter des Ordnungsamtes der Stadt.

Zu dem als Privatfeier deklarierten Konzert erschienen etwa 100 Besucher, wie Polizeisprecher Jörn Schedlitzki mitteilte. Die Möglichkeit, die Veranstaltung zu verbieten, habe nicht bestanden, bedauerte er. Bei einer Begehung des Gebäudes habe es keine brandschutzrechtlichen Versagensgründe gegeben. Alle Anwesenden seien zudem kontrolliert worden. „Auch hier wurden keine Verstöße gegen straf- oder ordnungsrechtliche Vorschriften festgestellt“, so Schedlitzki.

In der Vergangenheit war es bei Auftritten sogenannter Hooligan-Bands wiederholt zu Gesetzesverstößen gekommen. Teilweise trugen Besucher verbotene Abzeichen bei sich, in anderen Fällen wurden Lieder mit verfassungsfeindlichen Texten gespielt oder es kam zu Gewalttaten.

„In diesem Fall gab es nichts zu beanstanden“, erläutert Schedlitzki. Man habe deshalb keine Handhabe gehabt, die Versammlung aufzulösen und sich deshalb darauf beschränkt, Präsenz zu zeigen. Gegen Mitternacht war das von einer Vorgruppe eröffnete Konzert beendet. Alle Teilnehmer reisten wieder ab.

Warum sich die Mitglieder der „Kategorie C“ ausgerechnet Bakede für ihren Ersatzauftritt ausgesucht haben, ist noch unklar. Nach Angaben des Polizeisprechers gibt es aber offenbar eine Verbindung zwischen den Veranstaltern und dem 49-jährigen Gaststättenbesitzer. Ob dieser ebenfalls der Szene angehört, sollen weitere Ermittlungen klären.



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