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Rodenbergs Samtgemeindeverwaltung sorgt mit unzulässigen Straßenmarkierungen für Wirrwarr

Polizei: Total falsch - Gefahr verdoppelt

Rodenberg (bab). Angeblich auf Anraten der Polizei hat die Samtgemeinde Straßenmarkierungen auf der Fahrbahn der Straße Im Seefeld in Rodenberg aufgebracht, um die Rechts-vor-links-Regelung zu betonen. Die Maßnahme hält die überraschte Polizei aber für "total falsch". Sogar vor privaten Ausfahrten wurden Haltelinien auf die Straße gemalt.

"Da denkt man ja an Schilda", sagt der Bad Nenndorfer Dirk Stertz, der häufig ins Industrie- und Gewerbegebiet "Seefeld" fährt. Er wundert sich seit dem Wochenende über die Straßenmarkierungen. An jeder Aus- und Einfahrt, selbst vor Privatgrundstücken sind auf der Fahrbahn fette, durchbrochene, weiße Haltelinien aufgebracht. "Jetzt weiß man ja gar nicht mehr, wer hier Vorfahrt hat", pflichtet ein Passant der Kritik von Stertz bei. Das sieht auch die Polizei nicht anders, die sich nach den Hinweisen vor Ort umgeschaut hat. "Das ist jetzt gefährlicher als vorher, das kapiert doch kein Autofahrer", bestätigt Gerhard Schönemann, Leiter des Einsatz- und Streifendienstes im Kriminalkommissariat Bad Nenndorf. Die Art, wie die Markierungen auf der Straße Im Seefeld aufgebracht wurden, sei überhaupt nicht zulässig. Ausnahmen gebe es in Schaumburg bei Tempo-30-Zonen, weil es sich eingebürgert habe. "Da tolerieren wir das." Im Rathaus meint man allerdings, lediglich den Anordnungen der Polizei gefolgt zu sein. Wie der Allgemeine Vertreter des Samtgemeindebürgermeisters, Jörg Döpke, mitteilt, sei der Anlass ein Unfall Im Seefeld gewesen. "Wir haben Hinweise von der Polizeidienststelle, die Rechts-vor-links-Situation dort zu unterstreichen", erklärt Döpke die Markierungen. Die Verwirrung der Verkehrsteilnehmer und den Sinn der Maßnahme könne er"nicht kritisch diskutieren". Das wird die Verwaltung aber wohl demnächst müssen, denn der Verkehrsexperte Schönemann wird seine Bedenken vortragen. Die Nenndorfer Polizei sei vorher nicht offiziell von Samtgemeinde befragt worden. Nur die Rodenberger Dienststelle habe nach einem Verkehrsvorfall Hinweise zur Situation am Feldweg bei der Firma KTR erbeten. Schönemann sagt, er habe polizeiintern empfohlen, der Weg könne parallel zur Fahrbahn mit einer Fahrbahnrandmarkierung in Blockform versehen werden. "Und jetzt haben sie Wartelinien in Blockform gemacht. Und das sogar vor privaten Ausfahrten. Das ist total falsch und hat die Gefahr um 100 Prozent verdoppelt."




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