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Einecke und Burdorf fordern komplett neue Strukturen / Keine Mehrheit in den eigenen Fraktionen

Politische Debatte um GeTour-Zukunft hält an

Bad Münder (mf). Die abgespeckte GeTour – einigen in der Politik geht das Sparprogramm (wir berichteten) nicht weit genug. CDU-Fraktionsvorsitzender Harald Einecke kann sich gar vorstellen, die Gesellschaft komplett aufzulösen und die Aufgaben der Kurverwaltung wieder „in Eigenregie unter dem Dach der Stadtverwaltung“ wahrzunehmen.


Es wäre eine Rückkehr in die Zeit von vor zehn Jahren. „Anders als andere, die die Arbeit der GeTour immer in rosaroten Farben ausmalen, bin ich nicht der Meinung, dass sie uns nicht entscheidend vorangebracht hat“, urteilt Einecke. Zwar sei dort durchaus respektable Arbeit geleistet worden, diese stehe aber in keinem Verhältnis zu den Kosten. Wenn nun 30 Prozent des Zuschusses gestrichen werden, habe dieses keine relevanten Auswirkungen, prognostiziert Einecke.

Er ist aber auch überzeugt: „Das alles kann nur ein erster Schritt sein. Das jährliche Einsparvolumen von 125 000 Euro wird nicht ausreichen, um den Haushalt zu konsolidieren.“ Er sei sich deshalb mit seinem Ratskollegen Helmut Burdorf (Grüne) einig, dass ein Konzept entwickelt werden muss, das ohne GeTour auskommt. Allerdings müsse die Stadt bei allen weiteren Planungen Rücksicht auf die Interessen des Mitgesellschafters Awo nehmen. Eine Lösung, wie etwa die Rückführung des Kur- und Tourismusbetriebs in die Stadtverwaltung, könne deshalb nur einvernehmlich in Angriff genommen werden.

In der Vergangenheit hatte Grünen-Politiker Burdorf seinen Ratskollegen wiederholt fehlenden Mut zu großen Veränderungen vorgeworfen. Dabei sei man sich im Verwaltungsausschuss schon einig gewesen, noch einen Schritt weiter zu gehen und völlig neue Strukturen zu schaffen. Die derzeitige, „äußerst unglückliche Konstruktion“, bei der die Stadt zwar Mehrheitsgesellschafterin sei, aber aufgrund eines inhaltlich nicht ausreichend bestimmten Dienstleistungsvertrags mit der Awo kaum Einfluss auf die Arbeit nehmen könne, sei zum Scheitern verurteilt, ist Burdorf überzeugt. Wenn lediglich das Budget gekürzt wird, werde die Awo sich noch mehr als bislang auf das Notwendigste beschränken. Burdorf möchte die GeTour-Aufgaben deshalb lieber an „externe Profis“ vergeben, von denen er sich auch mehr Kreativität erhofft. Seine Idee sei jedoch in den beiden großen Fraktionen nicht mehrheitsfähig gewesen, bedauert er.

Allerdings auch nicht bei den Grünen selbst, wo Burdorfs Mitstreiter Gerhard Fiedler einen ungleich positiveren Eindruck von der GeTour hat. Für ihn stellt sich außerdem eine ganz praktische Frage: „Was soll aus dem Personal werden, wenn wir andererseits Kündigungen ausschließen wollen?“

Und auch Einecke bekommt in den eigenen Reihen Gegenwind zu spüren. So hat sich beispielsweise CDU-Stadtverbandschef Hans-Ulrich Siegmund in der Vergangenheit immer wieder klar zur GeTour bekannt.

Auch in der SPD kein einheitliches Bild: Fraktionsvorsitzender Rolf Wittich – das ist kein Geheimnis – steht der GeTour grundsätzlich kritisch gegenüber, will aber zunächst abwarten, welche Ergebnisse der jetzt eingeschlagene Kurs bringt. „Für mich ist das der erste Schritt, ich sehe aber durchaus weitere Möglichkeiten.“ Wenn künftig die Awo den Bereich Gesundheit abdecke, „müssen wir uns auf das Kerngeschäft konzentrieren – den Tourismus“, so Wittich.



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