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Gartenbesitzer dürfen noch zündeln

Politiker suchen Kompromiss für die Brenntage

Samtgemeinde Rodenberg (bab). In der Samtgemeinde Rodenberg dürfen in der derzeitigen Saison weiterhin Gartenabfälle nach der Verfügung von 2004 verbrannt werden. Die Politik, die bis zu diesem Herbst die Regeln neu überarbeiten wollte, hat sich bisher noch nicht auf eine Neuregelung geeinigt. Bis zum Frühjahr 2009 soll aber eine neue Verfügung erarbeitet sein.

Der Rodenberger Naturschutzbund hatte im Frühjahr die Abschaffung der Brenntage beantragt. Umweltbelastung und die damit verbundene Belästigung der Nachbarschaft waren als Argumente genannt worden. Der Werksausschuss des Samtgemeinderates hatte sich mit dem Nabu-Antrag beschäftigt. Als Konsens bildete sich heraus, dass die Brenntage nicht abgeschafft werden sollten, jedoch restriktivere Maßnahmen erforderlich seien. Politik und Verwaltung hatten bei der Sitzung im vergangenen April eingeräumt, dass nicht alle Bürger verantwortlich mit der in Rodenberg bestehenden Verfügung umgehen. Von belästigender Rauchentwicklung war die Rede. Einige Bürger hatten ihre Grünabfälle offenbar auch bei ungeeignetem Wetter oder bei beengten Grundstücksverhältnissen verbrannt. Der Werksausschuss entschied, das Problem in den Fraktionen zu besprechen und bis zum Herbst eine Lösung zu finden. "Wir sind noch dabei und wollen bis nächstes Jahr März eine Klärung bekommen", sagt Werksausschussvorsitzender Herbert Weibels (SPD). Bis zu dieser Brennsaison sei keine Lösung gefunden worden. "Es gibt innerhalb der Fraktionen auch Widersprüche", begründet er. Ziel sei es, eine fraktionsübergreifende Lösung zu finden. Und sie bei der nächsten Ratssitzung auf den Weg zu bringen. Da ist er sich mit dem CDU-Fraktionsvorsitzenden im Samtgemeinderat, Jürgen Baumgart, einig. "Wir streben an, dass wir uns auf eine Lösung einigen", sagt er. Im Samtgemeindeausschuss sei das Thema angesprochen worden. Man wolle eine neue Regelung, aber die Besitzer kleinerer Grundstücke nicht benachteiligen. Baumgart denkt, das Thema werde im Januar oder Februar im Rat entschieden. "Die Verwaltung wird einen Vorschlag erarbeiten", sagt Samtgemeindebürgermeister Uwe Heilmann. Darin sollen beispielsweise auch Mindestabstände genannt werden, die beim Brennen einzuhalten seien und in der bisherigen Regelung fehlen. "Bisher war unsere Regelung sehr unbestimmt, man kann auch sagen schwammig", gibt Heilmann zu. Die neue Verordnung solle detaillierter werden. So habe bei Konflikten unter Nachbarn auch die Polizei eine eindeutigere Handhabe, falls es zu Auswüchsen komme. "Wir scheuen uns auch nicht, dann entsprechende Bußgelder zu verhängen", sagt der Samtgemeindebürgermeister. "Der Naturschutzbund hat "eine gewisse Erwartungshaltung, dass unsere Ratsherren verantwortlich entscheiden", sagt Rodenbergs Nabu-Vorsitzender Gerhard Hurek. Ihm schweben Lösungen vor, die mit der Abfallwirtschaft und dem Landkreis Schaumburg erarbeitet werden müssten. Der Nabu "weist die Verantwortlichen darauf hin, dass es auch noch andere Möglichkeiten gibt." Hurek denkt beispielsweise an einen mobilen Schredder. Oder an Biogasanlagen, die so konzipiert seien müssten, dass sie Grüngut verwerten könnten. In Niedernwöhren würden Schreddertermine angeboten, sagt Hurek. Auch in der Rodenberger Samtgemeinde kann Grüngut in der Pohler Kompostierungsanlage entsorgt werden. Mit deren Schredder könne man der Nachfrage aber kaum noch Herr werden, so Baumgart. Auch Heilmann bestätigt, dass die Anlage an die Grenze der Auslastung gekommen sei.




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