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poli1/Kehren die Griechen zu Drachme zurück?

Brüssel. Das hoch verschuldete Griechenland braucht einen verbesserten Rettungsplan – das ist nach einem Geheimtreffen zur Euro-Schuldenkrise klar. In der Theorie werden alle möglichen Varianten durchgespielt, von mehr Hilfen bis zu einem Abschied der Hellenen vom Euro.

Autor:

Denise Donnebaumund Takis Tsafos

Zurück vom Euro zur Drachme? Ein von Griechenland heftig dementierter Ausstieg aus der Gemeinschaftswährung ist bei Volkswirten umstritten. „Der Euro-Austritt wäre das kleinere Übel“, sagte der Chef des Münchener ifo-Instituts, Hans-Werner Sinn. Die Alternative wären neue Hilfen und Rettungskonzepte für den Schuldenstaat. Andere Ökonomen halten das Ausstiegsszenario für zu gefährlich. Der Chefvolkswirt der Commerzbank bezeichnete dies als ökonomischen Selbstmord.

Nach einem Geheimtreffen hochrangiger Vertreter des Euro-Raums in Luxemburg sollen heute in einer Woche in der Europäischen Union weitere Maßnahmen gegen einen drohenden griechischen Staatsbankrott offiziell diskutiert werden. Die großen Euro-Länder haben bislang „jegliche Umschuldung“ Griechenlands abgelehnt, sagte Luxemburgs Ministerpräsident Jean-Claude Juncker. Die Idee eines Euro-Austritts nannte der Vorsitzende der Euro-Gruppe „dumm“.

Griechenlands Finanzminister Giorgos Papakonstantinou sprach von der Variante, dass der Rettungsfonds der Europäischen Union direkt griechische Staatsanleihen zur Kursstützung kauft. Dies ist neuerdings möglich. Aus Finanzkreisen verlautete, dass auch eine Aufstockung des 110 Milliarden Euro schweren Hilfspakets für Griechenland zur Diskussion steht. Das lehnt jedoch Deutschland ab.

Ein Bericht von „Spiegel Online“, wonach Griechenland die Abschaffung des Euro und die Wiedereinführung einer eigenen Währung als Ausweg aus der Schuldenkrise erwäge, hat den Kurs der Gemeinschaftswährung unter Druck gesetzt. Griechenlands Ministerpräsident Giorgos Papandreou bezeichnete solche Berichte als „fast schon kriminell“. „Kein solches Szenario wurde jemals diskutiert, nicht einmal inoffiziell“, sagte Papandreou am Wochenende. Sein Land solle in Ruhe gelassen werden, damit es den eingeschlagenen Spar- und Reformkurs zu Ende führen könne. Wirtschaftsforscher Sinn betonte hingegen: „Wenn Griechenland aus dem Euro austräte, könnte es seine Währung abwerten und wettbewerbsfähig werden.“ Sein Kollege Clemens Fuest, Leiter des Wissenschaftlichen Beirats des Bundesfinanzministeriums, sagte, dass diese Möglichkeit in der Theorie erwogen werde. „Klar, dass das intern neben anderen Szenarien geprüft wird.“

Nur jeder fünfte Deutsche hält ein Jahr nach den ersten Milliardenkrediten für Griechenland die Hilfen für sinnvoll. Das ergab eine Umfrage des Marktforschungsunternehmens GfK für die „Welt am Sonntag“. 47 Prozent der Befragten bezeichneten die Maßnahmen als falsch. Der deutsche Kreditanteil liegt bei 22,4 Milliarden Euro.




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