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"Mikado" bringt Bewegung in den Mund: 60 Kinder proben im Gemeindehaus neues Musical

Plötzlich drei Enkeltöchter - da staunt Noah

Rolfshagen (rnk). Wer gut singen will, der muss den Körper vorher enstspannen. Also verordnet Siegbert Held seiner fast 60-köpfigen Sängerschar erst einmal ein Paar Dehnbewegungen, ehe die Stimme geölt wird: Erst wird "Mi" gesungen, dann, etwas höher, erklingt das "Ka", zum Abschluss folgt das tiefe "Do". Denn "Mikado", so erklärt Held, bringt viel Bewegung in den Mund. Und damit die Stimmen auch richtig Volumen erhalten, singen sich dann noch zwei Gruppen an: "Meine Biber haben Fieber", hallt es durch den Flur des Gemeindezentrums.

Wer gut klingen will, muss ganz entspannt sein. Mit Dehnübungen

Seit gut zwei Monaten haben Held und die Kinder im Gemeindehaus geprobt: Mit "Noah" steht in diesem Jahr ein neues Musical auf dem Programm, nachdem sich vor zwei Jahren "Josef" alsüberaus schmissiges und erfolgreiches Singstück erwiesen hat. Drei Mal wurde es aufgeführt, "Noah" soll vier Mal auf der Bühne zu sehen sein. Entwickelt hat das Grundgerüst des Stücks die Kreativkirche Witten. Held hat gemeinsam mit seiner Tochter Ann-Kristin an einem Workshop-Wochenende teilgenommen, ehe die Entscheidung für das Stück fiel. Die Musik gibt es von der CD, die Texte für die Lieder liegen ebenfalls vor. Doch bei nur acht Hauptrollen wären da noch viele Kinder gewesen, für die es keine richtigen Rollen, sondern nur einen Platz im Chor gegeben hätte. Ann-Kristin Held, die quasi Regie führt, fand den richtigen Dreh: Sie hat Dialoge geschrieben, die neue Rollen schufen. Dabei half eine gewisse kreative Freiheit: So ist in der Bibel zwar von Noah und seinen Enkelsöhnen die Rede, aber ist eben kein einziges Wort von Enkeltöchtern. Im Musical hat Noah jetzt drei davon, außerdem noch zwei Bedienstete: Insgesamt 13 Menschen werden in der Rolfshäger Version die Arche besteigen - es sind entsprechend viele Sprechrollen. "Wir waren manchmal sehr großzügig", erklärt Siegbert Held, der für den musikalischen Teil verantwortlich ist. Inhaltlich hält sich "Noah" natürlich eng an die Geschichte, wie sie im Buch der Bücher erzählt wird. Viel Spott und Häme muss Noah mit seiner Familie ertragen, als er anfängt, auf dem Berg seine Arche zu bauen. Das Stück endet mit dem berühmten Versprechen: Gott erneuert denBund mit den Menschen, in bunten Farben und mit liebevoller Hand - und ein Regenbogen überzieht unser Land. Premiere ist in der letzten Juni-Woche, bei der nächsten Probe am Sonnabend werden die letzten Hauptrollen vergeben. "Die Solosänger drängeln sich nicht", erklärt Held, aber das sei kein Problem: Erfahrungsgemäß würden sich immer noch ein paar Kinder melden, die ihre Rolle im Chor als zu klein erachten und sich für einen Solopart melden würden. "Wir hören uns das alles an und besprechen das mit den Kindern", sagt Held. Allerdings in einem deutlich netteren Ton als Dieter Bohlen in der Superstar-Show. Held: "Und oft hilft dann der Hinweis, dass ein Solosänger ja gar nichts wäre, wenn es den Chor nicht geben würde."



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