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Vor Gericht: Oralsex mit 15-Jähriger im Auto

Plötzlich auf einen Feldweg abgebogen

Rinteln (maf). Das vor zwei Monaten nach wochenlanger Verhandlung abgebrochene Sexualstrafverfahren gegen einen 22 Jahre alten Rintelner hat nun vor dem Jugendschöffengericht von vorn begonnen. Laut Anklage soll der Angestellte im Dezember 2005 eine damals 15-jährige Schülerin vergewaltigt haben, indem er das ihm bekannte Mädchen im Auto zum Oralsex gezwungen hatte.

Anfang Mai war der spektakuläre Prozess nach sechs Verhandlungstagen aus Zeitgründen geplatzt, weil sich das Verfahren unerwartet in die Länge zog. Durch eine Vielzahl von Anträgen der beiden damaligen Verteidiger geriet der Prozess immer wieder ins Stocken. So musste die Vernehmung von Zeugen wiederholt verschoben und über unterschiedliche Anträge entschieden werden. Auch für den Angeklagten verlief die erste Hauptverhandlung verhängnisvoll: Nachdem ein Zeuge im April ausgesagt hatte, der Rintelner habe ihm Geld angeboten, wenn er eine Falschaussage vor Gericht mache, wanderte der 22-Jährige am vierten Prozesstag wegen Verdunkelungsgefahr ins Gefängnis. Die Verteidiger klagten gegen diesen Beschluss bis vor das Oberlandesgericht, das aber die Entscheidung des Rintelner Gerichtes bestätigte. Seitdem sitzt der 22-Jährige in Untersuchungshaft und wird jetzt in der Neuauflage des Verfahrens von Rechtsanwalt Ralf Jordan verteidigt. Zum neuerlichen Prozessauftakt räumte der Angeklagte ein, dass es an dem Dezemberabend zu einer sexuellen Handlung gekommen sei. Diese soll das Mädchen aber freiwillig ausgeführt haben. Dagegen belastete die Schülerin den 22-Jährigen. Nach ihrer Aussage hatte der Mann sie per Handy angerufen und sich mit ihr verabredet. Als die beiden mit dem Auto zu einem Lokal fahren wollten, sei der Angestellte unterwegs in der Dunkelheit für sie überraschend auf einen Feldweg nahe des Rintelner Krankenhauses abgebogen. Das Mädchen musste auf die Rückbank klettern, dann wollte der junge Mann Oralsex mit ihr haben. Sie lehnte ab, er setzte die 15-Jährige unter Druck und drohte, sie sonst nicht nach Hause zu bringen. Die Schülerin bekam Angst und gab schließlich nach. Danach fuhr der Angestellte sie wieder nach Hause. "Sie war sehr betroffen und hat geweint", erinnerte sich eine Polizistin vor Gericht. Die Beamtin hatte das Mädchen zwei Tage nach dem Vorfall vier Stunden lang vernommen. Der Prozess, für den drei Verhandlungstage angesetzt sind, wird am Dienstag fortgesetzt.



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