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"Greenkeeper" Michael Meyer rät: Die Harke ist wichtiger als die Walze / Profis mögen es weich

Platzwart der AWD-Arena gibt Tipps zum Rasen

Nienstädt (mw). Umüber die Beanspruchung und Pflege der Fußballplätze zu informieren, hat die Gemeinde Nienstädt Mitglieder der örtlichen Sportvereine in die Nienstädter Sportgaststätte Schierbachstadion eingeladen. Als Fachmann hat Michael Meyer, Platzwart der AWD-Arena in Hannover, referiert.

Platzwart der AWD-Arena: Michael Meyer gibt Tipps.

Immer wieder gebe es Diskussionen um den Zustand und die Pflege der vier Fußballplätze in der Gemeinde Nienstädt, erläuterte der Nienstädter Bürgermeister Gerhard Widdel den Anlass für das Referat. "Ständiges Wunschdenken der Fuß- baller" sei, dass ein Fußballplatz glatt und hart sein müsse, während Experten vom deswegen geforderten häufigeren Walzen der Rasenflächen abraten würden. Dies bestätigte auch Michael Meyer, der als Ingenieur für Landschaftsbau und ausgebildeter Greenkeeper für die Rasenpflege der Hannoverschen AWD-Arena verantwortlich ist. Zu häufiges Walzen beeinträchtige die Kapillarwirkung des Bodens und somit auch den Wasserhaushalt des Rasenplatzes, erläuterte er.Folgen einer zu starken Bodenverdichtung seien eine gestörte Nährstoffaufnahme der Pflanzen und die Bildung von Faulgasen im Boden. Um die vom SV Nienstädt 09, TuS Sülbeck und TSV Liekwegen genutzten Fußballplätze auf Vordermann zu bringen, riet Meyer, durch den Trainings- und Spielbetrieb entstandene Unebenheiten in Handarbeit mit einer Harke wieder flach zu klopfen. In Furchen und "Löcher" könne man mit Grassamen vermengte Erde mit der Schaufel einfüllen. Sinnvoll sei auch das regelmäßige "Aerifizieren" (Lüften) der Plätze und das Einarbeiten von Sand in die oberen Bodenzentimeter. Zudem sei ein nur dreimaliges Düngen pro Jahr nicht mehr zeitgemäß. Meyer berichtete, dass in der AWD-Arena die gesamte Rasenfläche nach jedem Training aufbereitet wird, um einen perfekten Rasenzustand zu erhalten. Profifußballer würden übrigens weichere Plätze solchen mit harten Bödenvorziehen, verriet der Experte. Wenn man als Verein solch einen Pflegeaufwand samt Einsatz von Spezialmaschinen scheue, müsse man die "Anforderungen an die Platzqualität herunterschrauben. Das ist einfach die Konsequenz". Den vier zuvor von ihm besichtigten Sportplätzen der Gemeinde attestierte Meyer indes, dass deren Rasen "für die Jahreszeit eigentlich in einem guten Zustand" seien. Die Unebenheiten durch Frosttage und Regenwurmaktivität wertete er als normal, da Rasen "ein Naturprodukt" sei. Torsten Scheffler, der bisweilen mit der Pflege der vier Sportplätze der Gemeinde Nienstädt betraut ist, empfahl, alle Fußballfelder fünfmal jährlich mit einer Maschine zu bearbeiten, die den Rasen in einem Arbeitsgang schlitzt, Sand einbringt und walzt. "Das Problem ist vom Bauhof nicht zu lösen", meinte Widdel. "Ohne Moos nix los." Die Gemeinde könne aber den ehrenamtlichen Einsatz der Vereine mit Sand und Erde unterstützen. Ein Angebot will Scheffler aber dennoch ausarbeiten.



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