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Lebenshilfe präsentiert Entwürfe für Behinderten-Wohnanlage / Café setzt besonderen Akzent

Plan für das Weserufer: Ein Schiff soll kommen

Hameln (sto). Die Pläne für das verwaiste Holz-König-Gelände an der Weser werden konkreter. Die „Lebenshilfe Hameln-Pyrmont“ plant auf einer Fläche von 4900 Quadratmetern einen Wohnstättenneubau mit 36 Plätzen für behinderte Menschen. Als „Lebenshilfezentrum Hameln“ soll das Gebäude an der Weserpromenade in der Ruthenstraße entstehen. Mit dem Baubeginn ist frühestens um die Jahreswende herum zu rechnen. Drei Architektenentwürfe wurden bereits eingeholt und einer davon – vom Hamelner Team Nasarek – ausgewählt. Dieser Entwurf wurde nun den Vereinsmitgliedern vorgestellt.

Geplant ist ein dreigeschossiger Neubau. „Auf jeder Etage werden zwölf Wohnplätze entstehen“, erläuterte Peter Stuart, Geschäftsführer der Lebenshilfe Hameln-Pyrmont. Die barrierefreie Bauweise soll auch Menschen mit mehrfacher Behinderung und Rollstuhlfahrern das Wohnen in dem neuen Heim ermöglichen. Jedes Zimmer sei etwa 20 Quadratmeter groß und verfüge über ein kleines Bad von etwa fünf Quadratmetern. Von der herkömmlichen Bauweise, die eine Zimmergröße von 14 Quadratmetern vorgebe, sei bewusst abgewichen worden. „Diese Größe halten wir nach dem heutigen Standard für zu klein“, betonte Stuart. Außerdem müsse davon ausgegangen werden, dass das Gebäude in den nächsten 30 Jahren den immer wachsenden Anforderungen standhalten müsse. Den Bewohnern soll mit der großzügigen Bauweise ein gemütliches Zuhause geschaffen werden, in dem sie sich frei bewegen können.

In das Zentrum integriert werden soll ein Gebäudeteil für tagesstrukturierende Maßnahmen und für den familienentlastenden Dienst. Auch eine Geschäftsstelle, eine Beratungsstelle und – besonders auffällig – ein Café. Dieses mutet in Richtung Weser an wie der Bug eines Schiffes. Eine weitere Besonderheit: Als Personal sollen in dem Café ausschließlich Menschen mit Behinderung arbeiten. Auch der Kuchen soll im Haus hergestellt werden. „Wir denken, dass wir dadurch etwa drei bis vier Arbeitsplätze schaffen können für Behinderte“, so Hans-Jürgen Sauerhammer, der Vorsitzende des Trägervereins. Darüber hinaus werden durch den Neubau auch Arbeitsplätze geschaffen für das Betreuungspersonal der einzelnen Bereiche des Lebenshilfezentrums.

Derzeit betreibt die Lebenshilfe in Hameln eine Wohnstätte in der Leuthenstraße, zwei Wohngruppen in der Wettor- und der Emmernstraße sowie eine Außenwohngruppe in der Friedrichstraße. Ein weiterer Bau sei nötig, da die vorhandenen Einrichtungen nicht optimal für Schwerstbehinderte und Rollstuhlfahrer ausgerichtet seien. So fehlen beispielsweise Fahrstühle. „Immer wieder werden wir von Eltern angesprochen, die sich für ihre schwerbehinderten Kinder ein geeignetes Wohnheim mit Standort Hameln wünschen“, berichtet Stuart.

Der Architektenentwurf soll „zu gegebener Zeit“ im Fachausschuss der Stadt Hameln vorgestellt werden, der über das Bauvorhaben zu entscheiden hat. Die Mitglieder des Lebenshilfevereins sprachen sich zumindest bereits einstimmig für den Bau aus.




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