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Landkreis und Nabu wollen Schutz seltener Tierarten in Steinbruch verbessern / Aufkeimende Birken in Schach halten

Pilotprojekt: Robuste Pferde als tierische Naturschützer

Landkreis (mw). In einem Steinbruch auf der Nordseite des Bückebergs testen der Landkreis Schaumburg und der Kreisverband Schaumburg des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu) seit Kurzem, ob die dort permanent drohende Verbuschung des offenen Areals durch Pferde im Zaum gehalten werden kann. Klappt das, soll dadurch die Situation dort lebender gefährdeterTierarten verbessert werden.

Martina Voigt (v.l.), Bruno Scheel, Cordula Hartje und Andreas G

Bereits im Jahr 2003 ist der 22 Hektar große ehemalige Steinbruch vom Landkreis Schaumburg erworben worden, hat Martina Voigt, die Leiterin der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises, bei der Vorstellung des Beweidungsprojektes erinnert. Durch den Flächenankauf sollte verhindert werden, dass der Steinbruch nach Beendigung des Abbausvom Betreiber - wie ursprünglich vorgeschrieben - aufgeforstet wird und damit ein Lebensraum für seltene Tierarten verloren geht, die auf karge Gelände angewiesen sind. Um den offenen Charakter des Areals und die dortigen Kleingewässer zu erhalten, wurden laut Voigt seitdem regelmäßig Pflegemaßnahmen vom Nabu durchgeführt. Mit "schwerem Gerät" in Form eines Baggers und eines Radladers habe man für eine "Dynamik" gesorgt, die dort auch zur Zeit des Gesteinsabbaus geherrscht habe, erläuterte Bruno Scheel, stellvertretender Vorsitzender des Nabu-Kreisverbandes Schaumburg. Daneben wurde die allmählich aufkommende Vegetation aber auch von Hand bekämpft. Durch die Arbeit der Naturschützer sei der ausgediente Steinbruch "noch strukturierter" geworden, zeigte sich Scheel stolz. Als Folge haben sich weitere bedrohte Tierarten wie etwa die Zauneidechse, verschiedene Schmetterlings- und "drei seltene Heuschreckenarten" eingestellt. Um den Pflanzenwuchs - insbesondere aufkeimende Birken - in Schach zu halten, sei man auf die Idee mit der Beweidung gekommen, so Scheel. Schafe, Ziegen, Rinder und Pferde standen zur Diskussion. Da aber kletterfreudige Ziegen dem installierten, rund 450 Meter langen Weidezaun ein Schnäppchen schlagen könnten, eventuell ausbüchsende Schafe sich mit wilden Mufflons verpaaren könnten und Rinder eine "schlechte Energiebilanz" aufweisen, fiel die Wahl auf Pferde. Es sei jedoch "ziemlich schwierig" gewesen, einen Pferdehalter zu finden, der seine Tiere für das Vorhaben zur Verfügung stellt, berichtete Scheel. Einig wurde man sich mit Cordula Hartje, die in Wendthagen eine Waldreitschule betreibt. Vier ihrer Pferde - Isländer und Haflingermischlinge - hat sie vor ein paar Tagen in den ehemaligen Steinbruch umquartiert. Diese "Robust-Rassen" seien in dem unebenen Gelände trittsicher und nicht auf Kraft- und Mineralfutter angewiesen, erklärte sie. Zudem würden die Pferde auch die unerwünschten Laubbäume verbeißen. "Wenn es funktioniert, haben wir auf Jahre eine gute Möglichkeit, den Steinbruch frei zu halten", kommentierte Scheel das Pilotprojekt.

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