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Technische Ausfälle: In Bückeburg trainieren die Soldaten künftig in Zivil

Piloten fliegen bald mit ADAC-Hubschraubern


BÜCKEBURG/BERLIN. Die Bundeswehr lässt wegen des schlechten Zustands ihrer Hubschrauber Piloten künftig auch in ADAC-Helikoptern trainieren. Das Bild am Bückeburger Himmel wird sich demnach ändern – es wird gelber.

Das Verteidigungsministerium habe am vergangenen Dienstag für rund 21 Millionen Euro 6500 Flugstunden beim Automobilclub eingekauft, schreibt das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“. Von März an sollen Bundeswehrpiloten am Truppenstandort in Bückeburg auf zivilen Hubschraubern vom Typ EC 135 für ihre Basisausbildung oder zum Erhalt von Fluglizenzen Stunden abfliegen.

Grund der Notmaßnahme: Sowohl die erst vor einigen Jahren eingeführten Militärhubschrauber vom Typ „Tiger“ als auch der NH 90 litten unter technischen Ausfällen und stünden nicht oft genug für Ausbildungsflüge zur Verfügung. Auf den ADAC-Hubschraubern solle vor allem der Instrumentenflug geübt werden, wird das Wehrressort zitiert. Militärisch werden die Piloten weiterhin auf Helikoptern der Bundeswehr ausgebildet. Bei der Bundeswehr kommt es immer wieder zu Pannen an technischem Gerät. So war Ende November keine einzige der A400M-Transportmaschinen einsetzbar.

„Im Prinzip können wir eine Zusammenarbeit bestätigen“, sagte ein Sprecher der ADAC SE, die als europäische Aktiengesellschaft organisiert ist. Zu Details und Umfang wollte er keine näheren Angaben machen. Es würden aber keine Rettungshubschrauber der gemeinnützigen ADAC-Luftrettung eingesetzt. Die zivilen Helikopter für die Zusammenarbeit mit der Bundeswehr würden von der ADAC Luftfahrt Technik GmbH in Bonn-Hangelar zur Verfügung gestellt. Diese arbeitet nach eigenen Angaben schon als Dienstleister für mehrere Polizei-Hubschrauberstaffeln.

Der Grünen-Verteidigungsexperte Tobias Lindner kritisierte: Die Tatsache, dass die Bundeswehr auf Maschinen von Dritten zurückgreifen müsse, „zeigt natürlich, dass die Verfügbarkeit von Hubschraubern in der Bundeswehr nach wie vor katastrophal ist“. Dieses Problem sei mindestens seit Ende 2014 bekannt, sagte Lindner der Zeitung Heilbronner Stimme. „Es ist ein Armutszeugnis, wenn auch drei Jahre später bei neuen Typen wie dem NH 90 teilweise weniger als ein Drittel der Hubschrauber tatsächlich einsatzbereit sind.“ dpa



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