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Flugzeugabsturz im Süntel löst größte Suchaktion der vergangenen 20 Jahre aus

Pilot wird nur noch tot geborgen

Hamelspringe/Bakede. Beim Absturz eines Segelflugzeugs über dem Süntel bei Bakede ist der 67-jährige Pilot getötet worden. Der Absturz und die Meldung über ein möglicherweise beteiligtes zweites Flugzeug haben zur größten Suchaktion im Landkreis der letzten 20 Jahre geführt.

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Autor:

Jens Rathmann und Ulrich Behmann

Samstagnachmittag. Über dem Süntel zwischen der Eulenflucht und dem Bakeder Berg kreisen vier Hubschrauber. Die Besatzungen suchen nach Trümmerteilen. Augenzeugen haben berichtet, dass um 15.19 Uhr zwei Kleinflugzeuge kollidiert und abgestürzt sind. Wo genau, weiß niemand. Jemand hat einen lauten Knall gehört. Die Leitstelle löst Alarm für zahlreiche Rettungskräfte aus. Notärzte und Rettungswagen machen sich auf den Weg. Unter der Leitung von Kreisbrandmeister Frank Wöbbecke startet die Suche. Ein halbes Dutzend Feuerwehren der Städte Bad Münder und Hessisch Oldendorf ist unterwegs, um vom Hohenstein bis Hamelspringe nach Absturzstellen Ausschau zu halten. Der Pilot des Polizeihubschraubers „Phönix 93“ wird gegen 16.30 Uhr fündig. An einer lichten Stelle zwischen hohen Buchen liegen kleine und große weiße Teile. „Phönix“ bleibt über dieser Stelle stehen; über Funk werden Rettungskräfte zum Absturzort gelotst. Kurz darauf steht fest: Der Pilot, ein 67 Jahre alter Mann aus Schleswig-Holstein, hat nicht überlebt.

Die Suche geht weiter. Trümmer werden oberhalb des Bakeder Freibads im Bereich „Unterm Mattenberg“ gefunden. Die Rettungshubschrauber „Christoph 4“ und „Christoph Niedersachsen“, eine SAR-Maschine der Luftwaffe aus Növenich und „Phönix 93“ versuchen, zwischen Haddessen und Bakede eine mögliche zweite Absturzstelle zu finden. Parallel dazu durchkämmen Feuerwehrleute den Wald. Am Abend rückt auch das Technische Hilfswerk an. Die Helfer sollen den Unglücksort ausleuchten, der von zwei Flugunfall-Ermittlern des Luftfahrtbundesamtes untersucht wird. Erneut wird eine Suchkette aus Feuerwehrleuten gebildet.

Inzwischen hat die Polizei den Piloten einer Privatmaschine befragt. Er hat das Unglück beobachtet und über Funk der Flugsicherung in Bremen gemeldet. Er sagt, er habe keinen Zusammenstoß gegeben. Piloten schätzen die Höhe, aus der das Segelflugzeug des 67-Jährigen abgestürzt ist, auf mehr als 1000 Meter.

Als es dunkel wird, bricht die Feuerwehr die Suche nach Trümmerteilen ab. Zurück bleiben Freiwillige und Polizisten, die den Unglücksort ausleuchten und absichern.

Am Sonntag um 9.30 Uhr rückt die Kreisbereitschaft „Ost“ der Feuerwehr in Bad Münder ein. Die Helfer treffen sich auf dem Schützenplatz. Stadtbrandmeister Carsten Koch, Einsatzleiter für die Suche, und Kreisbrandmeister Frank Wöbbecke weisen die Helfer ein. Rund 155 Feuerwehrmitglieder und 35 THW-Mitglieder wollen sich an der Suche nach weiteren Trümmerteilen und Hinweisen auf ein zweites abgestürztes Flugzeug beteiligen. Dass es dieses Flugzeug gibt, gilt als unwahrscheinlich – der Kreisbrandmeister will es zu diesem Zeitpunkt aber auch nicht komplett ausschließen. Landrat Tjark Bartels ist gekommen, er dankt den Helfern für ihren Einsatz.

Mit 40 Fahrzeugen werden die Freiwilligen in den Süntel gebracht, dort machen sie sich auf die Suche. Im Abstand von zehn bis zwölf Metern gehen Helfer von der Absturzstelle hinab in Richtung Bakede. Das Gelände ist unwegsam und dicht bewaldet. Weitere Trümmer werden unweit des Bakeder Freibades entdeckt. Sie sollen zum Segelflugzeug des 67-Jährigen gehören. Experten des Luftfahrtbundesamtes in Braunschweig untersuchen sie. Für Polizeisprecher Jörn Schedlitzski steht nach Auswertung der Zeugenaussagen fest: „Es war definitiv nur ein Flugzeug am Absturz beteiligt.“



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