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Stahlmangel stoppt Arbeiten

PGB-Neubau: Arbeitsplätze für psychisch Kranke

Stadthagen (jl). Mit einem teuren Neubau am Helweg will die Paritätische Gesellschaft Behindertenhilfe (PGB) in Schaumburg Neuland betreten. In dem Neubau will sie erstmals Arbeitsplätze für psychisch Kranke anbieten. Das Großprojekt ist allerdings ins Stocken geraten, weil der Stahl für die Rohkonstruktion nicht eingetroffen ist.

Bislang arbeiten in den Schaumburger PGB-Werk stätten ausschließlich Menschen mit körperlichen und geistigen Behinderungen. Im Pressegespräch merkte Werkstattleiter Walter Wieczorek an, dass es schon geraume Zeit den Wunsch nach Arbeitsmöglichkeiten für psychisch Kranke gibt. Vor etwa fünf Jahren hat es nach seinen Worten bei der PGB erste Überlegungen für das gegeben, was jetzt in Arbeit ist. Wieczorek betonte, dass dieser Personenkreis "Schwellenangst" vor den jetzigen Werkstätten hat. Nach den Worten Tom Thieles, der die neue Werkstatt am Helweg leiten wird, brauchen die neuen Mitarbeiter auch ein anderes Arbeitsangebot als dieübrigen Mitarbeiter in den Werkstätten. Ein Grund sei, dass psychisch Kranke anders als andere Behinderte oft über berufliche Erfahrungen verfügen. Anders werden am Helweg nach den Schilderungen von PGB-Geschäftsführer Bernd Hermeling, Thiele, Wieczorek sowie Tanja Behr etliche Dinge: Der Betrieb wird zwar ein Ast der Lothar-Wittko-Werkstatt sein, wie alle PGB-Werkstätten in Schaumburg, er wird aber mit einem eigenen Firmennamen auftreten: "Industrie-Service Stadthagen". Mit dieser Bezeichnung soll nach den Worten des PGB-Marketing-Experten Dieter Schade ein Kundenstamm aufgebaut werden. Der Neuling wird unter anderem den Aufbau sowie die Betreuung von Firmenarchiven anbieten sowie Druckaufträge erledigen. "Wir werden nicht als Wettbewerber zu den Offsetdruckereien auftreten", unterstrich Schade. Es gehe um die Deckung des Eigenbedarfs. Das Zusammenwirken von digitaler Datenaufbereitung, Arbeit mit Maschinen und am Schreibtisch soll die richtige Arbeitsmixtur für den angepeilten Personenkreis bringen. Ferner will die neue Firma in Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen auch externe Ausbildungsplätze bereitstellen, was es bei der PGB bislang nicht gegeben hat. Nach Schades Darstellung kann das für die Betroffenen ein wichtiger Schritt ein selbstständiges Leben werden. In dem rund 1200 Quadratmeter großen Gebäudekomplex sollen rund 60 Arbeitsplätze entstehen. Diese sind nicht nur für psychisch Kranke vorgesehen. Ein Teil der Lothar-Wittko-Werkstatt wird vom Ostring an den Helweg umziehen. Baubeginn des 1,4 Millionen-Projektes war bereits im Mai, und im Herbst wollte der "Industrie-Service Stadthagen" eigentlich an den Start gehen. Der extrem leer gefegte Stahlmarkt hat vor sieben Wochen den Baubetrieb gestoppt. Jetzt ist die kommende Jahreswende als Betriebsstart angepeilt. Kontakt: Wer sich für einen Arbeitsplatz in der neuen Firma interessiert oder einen Auftrag zu vergeben hat, kann sich mit Tanja Behr unter (05721) 70 01 40 oder via E-Mail t.behr@pgb-stadthagen.de in Verbindung setzen.




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