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SZ/LZ-Serie: „Pflege im Alter“: Heute Häusliche Pflege, Ambulante Pflege und 24-Stunden-Betreuung

Pflege Zuhause – Frauensache?

Rinteln. Tritt Pflegebedürftigkeit ein und ist die eigene Haushaltsführung nicht mehr möglich, sind die häusliche Pflege durch Angehörige, ambulante Pflege durch Pflegedienste oder 24-Stunden-Betreuung durch Betreuungskräfte die Alternativen zu vollstationären Alten- und Pflegeheimen. In allen Fällen übernimmt die Pflegekasse gestaffelt nach Pflegestufen die Kosten oder einen Teil davon.

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Autor:

VON PETER BLAUMANN

Die häusliche Pflege wird nach wie vor hauptsächlich von den Familien erbracht – trotz Frauen-Erwerbstätigkeit in der Regel von weiblichen Familienangehörigen. Neben den Angehörigen können aber auch Nachbarn oder Bekannte die Pflege übernehmen.

Um die Leistungen der Pflegeversicherung in Anspruch zu nehmen, ist die Begutachtung und anschließende Einstufung in Pflegestufen durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) erforderlich. Bei Vorliegen einer Pflegestufe zahlt die Pflegekasse ein Pflegegeld. Das Pflegegeld beträgt 244 Euro für die Pflegestufe I, 458 Euro für die Pflegestufe II und 728 Euro für die Pflegestufe III. Für Menschen mit eingeschränkter Alltagskompetenz (Demenz) zahlt die Pflegekasse 123 Euro bei Pflegestufe 0, 316 Euro bei Pflegestufe I, 545 Euro bei Pflegestufe II und 728 Euro bei Pflegestufe III. Die Pflegekassen bezahlen zudem technische Pflegehilfsmittel in Höhe von 40 Euro pro Monat.

Wer Arbeitslosengeld I und II bezieht, darf gleichzeitig einen Angehörigen pflegen, ohne dass das Pflegegeld auf das Arbeitslosengeld angerechnet wird. Häusliche Pflegekräfte sind in den Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung einbezogen, wenn die Pflegetätigkeit nicht erwerbsmäßig und mindestens 14 Stunden wöchentlich erbracht wird. Die Unfallversicherung ist für Unfälle gedacht, die während der Pflegetätigkeit in der Wohnung und im Zusammenhang damit außerhalb der Wohnung passieren können.

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Für Personen, die wegen der häuslichen Pflege eines Angehörigen nicht arbeiten können, bezahlt die Pflegeversicherung Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung. Das gilt für Menschen, die mindestens 14 Stunden pro Woche in der Pflege tätig sind, keiner Beschäftigung von über 30 Stunden nachgehen und noch keine Vollrente wegen Alters beziehen. Die AOK unterstützt ehrenamtliche Pflegekräfte, indem sie kostenfreie Pflegekurse anbietet, in denen Tipps für die Pflege vermittelt werden.

Die häusliche Pflege ist eine körperliche und psychisch anspruchsvolle Aufgabe, die nicht immer ohne professionelle Unterstützung geleistet werden kann. Ambulante Pflegedienste können die pflegerische und hauswirtschaftliche Versorgung sicherstellen. Zu ihren Angeboten gehören unter anderem Beratungsgespräche vor Pflegebeginn, Abwicklung aller Formalitäten zur Kostenübernahme durch die Pflegekassen, Grund- und Behandlungspflege, Schwerstkrankenpflege, Erstellung von Gutachten, Verhinderungspflege, nächtliche Rufbereitschaft und Hilfe bei der Beschaffung von Pflegehilfsmitteln.

Die Pflegekassen übernehmen die Kosten der sogenannten Pflegesachleistungen bis zu folgenden Gesamtbeträgen: Pflegestufe I 468 Euro, Pflegestufe II 1144 Euro, Pflegestufe III 1612 Euro; für Menschen mit eingeschränkter Alltagskompetenz: Pflegestufe 0 231 Euro, Pflegestufe I 689 Euro, Pflegestufe II 1298 Euro, Pflegestufe III 1612 Euro.

Die 24-Stunden-Pflege in der eigenen Wohnung oder im eigenen Haus durch deutsche und osteuropäische Pflegekräfte aus EU-Ländern bietet eine Alternative zur stationären Pflege. Die Preise für selbstständige, freiberufliche, deutsche Haushaltshilfen, Betreuungskräfte oder Pflegekräfte bewegen sich zwischen 2400 und 5000 Euro im Monat.

Preisgünstiger wird es, wenn Kräfte aus osteuropäischen EU-Ländern engagiert werden. Wird ein Dienstleistungsvertrag über die häusliche Betreuung zwischen dem Privathaushalt und einem Entsendungsunternehmen abgeschlossen, belaufen sich die Kosten zwischen 1800 und 2500 Euro. Wird die Hilfskraft aus osteuropäischen EU-Ländern direkt als Arbeitnehmerin im Privathaushalt angestellt, betragen die Kosten zwischen 1800 und 3100 Euro. Ist die Hilfskraft gewerblich in Deutschland oder in ihrem Heimatland gemeldet und erbringt ihre Leistungen auf eigene Rechnung, bewegen sich die Kosten zwischen 1400 und 2000 Euro.

Ambulante Pflegedienste in Rinteln: Sozialstation Rinteln, (0 57 51) 96 50 17; KiWi – Ihr Pflegeteam, (0 57 51) 89 10 92; Pflegedienst Rinteln, (0 57 51) 95 70 06; „SO KRA TES“ – Ambulanter Pflegedienst, (0 57 51) 96 34 55; I & K – Ambulante Pflege, (0 57 51) 8 90 69 59.

Weitere Auskünfte gibt es beim Senioren- und Pflegestützpunkt des Landkreises Schaumburg, (0 57 21) 70 37 89.

Häusliche Pflege ist trotz weiblicher Erwerbstätigkeit in den meisten Familien Frauensache.peb



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