×
Seniorenheime stellen heute den Menschen in den Mittelpunkt / Oft müssen Angehörige dazuzahlen

Pflege und Geborgenheit – eine Idee lebt

Hameln (CK). Als der Hamelner Guts- und Ziegeleibesitzer Julius Tönebön durch Testament am 19. Januar 1940 sein Vermögen in eine Stiftung einbrachte und verfügte, dass diese nach seinem Tode Menschen im Alter zur Seite steht und ihnen Pflege und Geborgenheit bietet, da ahnte er sicher noch nichts vom demografischen Wandel. Hätte vielleicht nicht einmal für möglich gehalten, dass die Menschen immer älter werden, damit aber auch immer öfter auf Hilfe angewiesen sind.

Hameln (CK). Als der Hamelner Guts- und Ziegeleibesitzer Julius Tönebön durch Testament am 19. Januar 1940 sein Vermögen in eine Stiftung einbrachte und verfügte, dass diese nach seinem Tode Menschen im Alter zur Seite steht und ihnen Pflege und Geborgenheit bietet, da ahnte er sicher noch nichts vom demografischen Wandel. Hätte vielleicht nicht einmal für möglich gehalten, dass die Menschen immer älter werden, damit aber auch immer öfter auf Hilfe angewiesen sind. Diese Hilfe, und zwar in ganz verschiedenen Formen, bietet heute im Namen des Stiftungsgründers die Tönebön-Stiftung an, die eine eigene Altenpflegeschule betreibt. Aber auch in etlichen anderen Seniorenheimen finden Ältere in Hameln und Umgebung ein neues Zuhause. Töneböns Idee lebt.

Leistungen schon im Vorfeld anschauen

Die Kosten für einen Heimplatz in stationärer Pflege differieren zwar etwas, abhängig davon, ob es sich um ein Haus handelt, das von der Wohlfahrtspflege (etwa dem DRK) betrieben wird, von der öffentlichen Hand oder einer Stiftung (Tönebön-Stift, Altenheim „Zur Höhe“) oder ob es sich um einen privaten Anbieter handelt (zum Beispiel „Curanum“). Die Höhe des monatlichen Beitrags allein sagt aber nicht allzu viel aus über die Qualität eines Heims. Deshalb sollten Senioren sich die angebotenen Leistungen im Vorfeld genau anschauen, sollten fragen, ob Probewohnen möglich ist. Ein großer Teil der meistens erheblichen Kosten wird übrigens von der Pflegeversicherung abgedeckt: Reichen Pflegegeld und Rente aber nicht aus, werden Angehörige, in aller Regel Kinder, zur Kasse gebeten.

Klang früher der Name „Altersheim“ für viele nach Endstation und wirkte abschreckend, so haben heute die meisten Häuser einen guten Ruf. Sie alle, so steht es jedenfalls in ihren Informationsbroschüren, stellen den Menschen in den Mittelpunkt. Wobei es in erster Linie darum geht, die Leistungsfähigkeit der Bewohner, wenn schon nicht zu verbessern, so doch zumindest zu erhalten. Eigene Möbel, persönliche Erinnerungsgegenstände, möglichst viele Aktivitäten, die den Alltag strukturieren – auch das ist heute eine Selbstverständlichkeit, wenn es darum geht, alten Menschen das Heim zu einer vertrauten letzten Wohnung zu machen.

Geht es lediglich darum, pflegenden Angehörigen eine Erholung zu gönnen oder einen Urlaub zu ermöglichen, kann inzwischen bei den meisten Einrichtungen die Tages- oder die Kurzzeitpflege in Anspruch genommen werden. Die Senioren verbringen den Tag in der Einrichtung und sind am Abend wieder zuhause; oder sie verbringen bis zu vier Wochen in einem Heim mit Kurzzeitpflege. Die Kosten werden zum Teil von den Kassen übernommen. Und seit neustem gibt es auch eine „ambulante Alltagsbegleitung“, beispielsweise für Menschen mit Verlust der Alltagskompetenz, wie Demenzkranke. Hierfür können jährlich 460 Euro mit den Pflegekassen abgerechnet werden.

Schlimme Zustände, wie sie vielleicht noch vor 20 Jahren Schlagzeilen gemacht haben, brauchen Senioren heute übrigens fast nirgendwo mehr zu befürchten. Dr. Rolf Fleischer, Leiter des Gesundheitsamtes des Landkreises, ist als oberste Kontrollinstanz für die Heimaufsicht zuständig. Außerdem gibt es Heimbeiräte, sogenanntes Qualitätsmanagement und Besuche durch den Seniorenbeirat. Und der Gesetzgeber hat verfügt, dass künftig Kontrollen unangemeldet stattfinden.




Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kontakt
    Redaktion
    Telefon: 05041 - 78932
    E-Mail: redaktion@ndz.de
    Anzeigen
    Telefon: 05041 - 78910
    Geschäftsanzeigen: Anzeigenberater
    Abo-Service
    Telefon: 05041 - 78921
    E-Mail: vertrieb@ndz.de
    Abo-Angebote: Aboshop

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt