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Pflege in den eigenen vier Wänden

BAD MÜNDER. Vergangene Woche hat Bad Münder im Bereich des ambulanten Pflegedienstes Zuwachs bekommen. Die MediClin hat ihr Angebot erweitert und ergänzt das ohnehin schon große Angebot in der Kurstadt.

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Autor:

Mira Colic

Vor dem Hintergrund des Pflegestärkungsgesetzes, das die Betreuung in den eigenen vier Wänden stärke, sei dies ein wichtiger Schritt, um sich für die Zukunft gut aufzustellen. Nach Zahlen des Bundesgesundheitsministeriums sind derzeit 2,7 Millionen Menschen in Deutschland pflegebedürftig. Bereits im vergangenen Jahr ist die erste Stufe des Gesetzes in Kraft getreten, das es den Menschen erleichtern soll, möglichst lange zuhause betreut und versorgt zu werden. Rund 1,4 Milliarden Euro pro Jahr stellt der Bund dafür zur Verfügung. So sind etwa die Zuschüsse für notwendige Umbaumaßnahmen wie etwa den Abbau von Schwellen oder den Einbau barrierefreier Duschen von 2500 auf 4000 Euro erhöht worden.

„Aufgrund der gesetzlichen Änderungen sehen wir den Bedarf hier vor Ort“, erklärt Aileen Molzahn, Leiterin der Seniorenresidenz Deister Weser, die Entscheidung von MediClin, in diesem Bereich zu investieren. Zudem sei es ein Bekenntnis zum Standort. Die Seniorenresidenz feiert demnächst zehnjähriges Bestehen. „Die ambulante Pflege wird deutlich gestärkt, sodass die Menschen länger in ihrem Zuhause bleiben können.“ So ist auch der Anspruch auf Betreuungsleistungen in der ambulanten Pflege ausgeweitet worden. Auch Betroffene mit Pflegestufe I bis III können einen zusätzlichen Betreuungsbetrag von bis zu 104 Euro pro Monat erhalten. Zusätzlich wurden Entlastungsleistungen eingeführt, etwa für Hilfen im Haushalt oder Alltagsbegleiter und ehrenamtliche Helfer.

Das Angebot ist in Bad Münder – das sich als Gesundheitsstandort rühmt – in diesem Bereich tatsächlich groß. Neben dem neuen Angebot von MediClin bietet auch der Awo-Bezirksverband Hannover (ehemals Awo GSD) einen ambulanten Pflegedienst, genauso wie der DRK-Kreisverband Weserbergland, der neben der ambulanten Pflege im März seine Tagespflegeeinrichtung am Laurentiusweg eingeweiht hat. Auch dies ein Angebot, Menschen zu ermöglichen, möglichst lange in ihrem eigenen privaten Umfeld zu leben. Ergänzung finden diese durch zahlreiche private Anbieter wie zum Beispiel die Gesellschaft Curamobil, „Das Pflegeteam“ von Volker Steinmeier und „S & G Ambulante Pflege & Betreuung“ von Gabriele Beins.

Mit der zweiten Stufe des Gesetzes, die 2017 in Kraft tritt, wird ein neuer Pflegebedürftigkeitsbegriff eingeführt. „Aus bisher drei Pflegestufen werden fünf Pflegegrade, sodass die individuelle Situation eines jeden Menschen besser berücksichtigt wird“, erklärt Molzahn. Es werde nicht mehr nur auf die körperlichen Einschränkungen geschaut, sondern auch der geistige Zustand miteinbezogen.

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