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Pfarrhaus in Flegessen: Verkauf statt Verfall

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Benedikt Dittrich Redakteur zur Autorenseite

„Ich bedauere diesen Schritt sehr“, sagt Vereinsvorsitzender Henning Schrader auf Anfrage unserer Zeitung. Auf der Gemeindeversammlung im August sei ihm und den anderen Mitgliedern der Kirchengemeinde die Entscheidung mitgeteilt worden. „Wir hatten bis dahin eigentlich gemeinsam an einer multifunktionalen Lösung gearbeitet“, so Schrader. Der Förderverein versucht seit 2010, Gelände und Gebäude im Ortskern mit Festen, Konzerten und Ausstellungen aktiv zu nutzen. „Die Entscheidung wurde begründet, keine Frage“, sagt Schrader. Aber selbst aktive Mitglieder der Gemeinde seien nicht mit in die Gespräche einbezogen worden. „Es wurde uns nur mitgeteilt.“

Der Kirchenvorstand wollte lange die Gebäude gegenüber der Kirche mit dem Pfarrgarten erhalten, versichert Vorsitzender Gerhard Bartels. Als Kostenvoranschlag standen zuletzt aber 400 000 Euro im Raum – zusätzlich zu den laufenden Kosten. „Das können wir nicht stemmen“, sagt Bartels.

Der Kirchenkreis Hameln-Pyrmont und die Landeskirche Hannover unterstützen die Gemeinden zwar bei solchen Aufgaben finanziell, orientieren sich dabei an der Anzahl der Gemeindemitglieder. Wie andere Kirchengemeinden schrumpft aber auch Sankt Petri seit Jahren, das Pfarrhaus wird auch seit Jahrzehnten nicht mehr von Pastoren bewohnt. Die Räume in dem alten Pfarrhaus sind aus Sicht des Kirchenkreises also zu groß. „Und ohne die Fördergelder geht es nicht“, sagt Bartels und ergänzt: „Es muss jetzt etwas passieren, sonst zerfällt das Pfarrhaus.“

Geplant ist nun, neue Gemeinderäume direkt in der Kirche zu schaffen. Für die Toiletten soll es einen Anbau geben. Der Kirchenkreis habe dafür bereits grünes Licht signalisiert, sagt Bartels. Eine Entscheidung, auch von der Landeskirche, stehe noch aus. Bartels geht aber von einer positiven Antwort aus – vielleicht noch in diesem Jahr.

Wohin dieser Weg den Förderverein führt, ist ungewiss. Würden die alten Pfarrgebäude tatsächlich verkauft, „stünde natürlich der Fördersinn unseres Vereins infrage“, sagt Schrader. Ob sich der Verein dann aber tatsächlich auflösen würde, sei unklar. „Dafür ist die Entscheidung zu frisch.“

Schrader kann sich auch vorstellen, die denkmalgeschützten Gebäude als Verein zu kaufen. Dafür bedürfe es aber – abgesehen von der finanziellen Absicherung – genügender Unterstützung in den Dörfern Flegessen, Klein-Süntel und Hasperde. „Oder wir lassen den Dingen ihren Lauf,“ sagt Schrader. Der Förderverein könne auch ohne die Pfarrgebäude weiter existieren, beispielsweise als Verein, der die Kirchengemeinde oder die Dörfergemeinschaft bei diversen Aktivitäten unterstützt.

So oder so müsse aber eine Mitgliederversammlung über die Zukunft des Fördervereins entscheiden, betont Schrader.



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