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Florian Brandes von der Wildtierstation rät, die Schädlingsbekämpfung der Natur zu überlassen

Pestizide: Eine Gefahr für junge Meisen

Lindhorst. Der Anblick von jungen, frisch geschlüpften Meisen und ihrem regen Treiben in den Gärten ist nicht nur für Tierfreunde ein schöner Anblick. Für Wilfried Bliese aus Lindhorst kommt diese Zeit seit vier Jahren jedoch einem kleinen Horrorszenario gleich. Sobald die ersten Blattläuse die Blüten von Rosen befallen, beginnt ein regelrechtes Meisensterben.

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Autor:

Martina Koch

Den Zusammenhang sieht Bliese in der Ernährung der Meisen: Sie füttern ihre Jungtiere mit Blattläusen, da diese aber nicht sofort durch das Pestizid sterben, gelangen so die Giftstoffe in den Kreislauf der Tiere. „Von einem Tag auf den anderen liegen die kleinen Meisen tot in den Nistkästen“, klagt Bliese. Sobald die ersten Blattläuse auf den Rosen sichtbar sind, wird scheinbar sofort zur Chemiekeule gegriffen, vermutet Wilfried Bliese.

Diesen Verdacht zu bestätigen, ist nach Angaben von Florian Brandes, Stationsleiter der Wildtier- und Artenschutzstation in Sachsenhagen, jedoch nicht so einfach. Solange die genaue Todesursache der Meisen nicht bestimmt wird, können die Gründe durchaus unterschiedlicher Natur sein. Brandes bestätigt allerdings auf Anfrage, dass ihm das Problem des Meisensterbens durch Pestizide durchaus bekannt ist. Garten- und Tierfreunden rät er, die Finger komplett von Pestiziden oder Insektiziden wegzulassen. „Blattläuse und andere Insekten werden zu einem Großteil von Vögeln gefressen und so dezimiert“, erklärt Brandes. Seiner Meinung nach ist es gar nicht nötig, in diesen Prozess einzugreifen. In seinem Garten überlässt er alles dem Lauf der Natur.

Dass Blattläuse trotzdem auf eine sanfte Weise bekämpft werden können, die den Meisen nicht schadet, beweisen Wilfried Blieses eigene Methoden, die er regelmäßig anwendet. „Ich lege für 24 Stunden Brennnesseln in Wasser ein, gieße das Wasser ab und sprühe damit die Pflanzen ein“, so Bliese. Auch stark verdünntes Spülmittel gehört zu seinen Schädlingsbekämpfungsmethoden. Nach Angaben von Bliese sind diese Methoden genauso effektiv wie Pestizide – und die Meisen bleiben verschont.

Aufgrund des wiederkehrenden Meisensterbens überlegt Bliese, die Nistkästen während der kommenden Nistzeit zu schließen. Um den Meisen im Winter jedoch ein gemütliches Schlupfloch zu bieten, wird Bliese die Nistkästen zur kalten Jahreszeit wieder öffnen.



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