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Zukunft des Klinikums: Personalversammlung mit rund 320 Bediensteten / "Verunsichert und bedrückt"

Personalrat einig: "Neubau ist die beste Option"

Landkreis (crs). Bei einer Personalversammlung für beide Krankenhäuser in Rinteln und Stadthagen hat Landrat Heinz-Gerhard Schöttelndreier am Montagabend rund 320 Bedienstete des Klinikums Schaumburg über den Sachstand zur Krankenhaus-Zukunft im Landkreis informiert. Es geht um Verkauf oder Fusion und Neubau - für den Personalrat des Klinikums ist die Marschrichtung klar: "Der Neubau auf der grünen Wiese ist die beste Option", stellt Gabriele Walz als Vorsitzende des Gesamtpersonalrats die gemeinsame Position beider Häuser dar.

Es war eine Premiere: Erstmals hat es eine Personalversammlung für beide Krankenhäuser gemeinsam gegeben, bislang waren die Bediensteten in Rinteln und Stadthagen immer getrennt zusammengekommen. Die gemeinsame Information dürfte ebenso Symbolwirkung haben wie der Ort der Versammlung: Ausgerechnet in Obernkirchen trafen sich die Krankenhaus-Mitarbeiter - in der Stadt, die als Standort für den gemeinsamen Neubau aller drei Schaumburger Krankenhäuser im Gespräch ist. Bei der gut zweieinhalbstündigen Versammlung stellte Landrat Schöttelndreier ausführlich die Optionen für die Zukunft dar und stellte sich den Fragen der Angestellten. Neue Informationen gab es dabei allerdings nicht, auch konkrete Zahlen zum heiklen Thema Personalabbau oder Konzepte für eine mögliche Nachnutzung derGebäude nannte Schöttelndreier nicht - trotz Nachfragen. Die Diskussion sei sachlich geblieben, die Stimmung unter den Bediensteten schildert Gabriele Walz jedoch als "bedrückt und verunsichert". Ähnlich bewertet Siegfried Knitter als Rintelner Personalratsvorsitzender die aktuelle Lage: "Es gibt gewisse Ängste, wie lange der Arbeitsplatz noch erhalten bleibt." In einem Gespräch mit unserer Zeitung hat die Gesamtpersonalratsvorsitzende gestern gemeinsam mit ihren Stellvertretern Marion Rühl und Frank Hiller sowie den Personalratsvorsitzenden der Krankenhäuser in Rinteln und Stadthagen, Siegfried Knitter und Mira Wehmeyer, erstmals öffentlich Stellung bezogen. Demzufolge sieht der Personalrat keine Alternative zum Neubau: "Die Option ,Neubau auf der Grünen Wiese' scheint für die Bevölkerung und für die Bediensteten vorteilhafter zu sein", fasst Gabriele Walz die Position zusammen. "Der Verkauf ist die schlechtere der beiden Möglichkeiten - da sind wir unseinig", betont auch Siegfried Knitter die gemeinsame Linie in Rinteln und Stadthagen. Was für den Personalrat klar ist, braucht bei einigen Mitarbeitern noch Zeit: Erst "langsam", so Walz, komme dieses Umdenken in der gesamten Belegschaft. Hier sei vielfach noch die Meinung vertreten: Warum lassenwir nicht alles, wie es ist? Aber da sind sich die Personalvertreter einig: "Diese Möglichkeit gibt es nicht." Die Zusammenführung der drei Häuser an einem zentralen Standort lasse anders als der Verkauf eine gewisse Übergangszeit zu, innerhalb derer die Mitarbeiterzahl schon durch altersbedingte Fluktuation schrumpfen könne, so die Erwartung der Mitarbeitervertreter: "Wir hoffen darauf, dass der Personalabbau sich über einen längeren Zeitraum erstreckt als bei einem Verkauf", sagt Gabriele Walz. Der Landrat habe bei der Personalversammlung die Sozialverträglichkeit des Personalabbaus zugesichert und erklärt, keine Kündigungen anzustreben: "Und darauf vertrauen wir als Personalräte", ergänzt Siegfried Knitter. Auch an die Schaumburger Bevölkerung als Ganzes denke der Personalrat, ergänzt Mira Wehmeyer: "Wir wollen, dass eine hohe Qualität an medizinischer Versorgung im Landkreis erhalten bleibt - das scheint mit dem Neubau besser umzusetzen zu sein als mit dem Verkauf."




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