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Viktor Ullmann Quartett im dritten Meisterkonzert / Schuberts „Forellenquintett“ ist der Höhepunkt

Perlen der Kammermusik vor kleinem Publikum

Bad Münder. Dass der Kreis der Liebhaber von Kammermusik eher klein ist im Vergleich zu den Freunden großer Sinfoniekonzerte – das wurde beim dritten Abonnementskonzert im Martin-Schmidt-Konzertsaal einmal mehr deutlich. So blieben unverhältnismäßig viele Sitzplätze leer.

Höhepunkt des 4. Meisterkonzerts war die Wiedergabe des „F

Autor:

Dieter Gömann

Ferngebliebene Klassikfans verpassten allerdings Außergewöhnliches. Umgekehrt erlebten die wenigen Besucher kammermusikalische Perlen auf höchstem Niveau. Dafür garantierte das 1998 im Rahmen des Deutschen Kammermusikkurses in Berlin gegründete Quartett, das im gleichen Jahr in Theresienstadt mit der „geforderten“ Aufführung des 3. Streichquartetts op. 46 von Viktor Ullmann (1898-1944) seinen Namen angenommen hat.

Und mit eben diesem Quartett eröffneten Katharina Uhde (Violine), Franziska Hölscher (Violine), Barbara Buntrock (Viola) und Tatjana Uhde (Violoncello) den Konzertabend. Zweifellos gewöhnungsbedürftig war die Wiedergabe des fünfsätzigen Quartetts fernab romantischer oder klassischer Stilelemente. Die Moderne spiegelte sich wider, und Ullmann stellte mit seiner Komposition höchste Ansprüche an die Wiedergabe. Dieser entledigte sich das Quartett in bemerkenswerter Weise: homogen im Zusammenspiel und musikalisch einzigartig ausgewogen. Verdienter Applaus für eine meisterliche Darbietung.

Das nachfolgende Klavierquartett Es-Dur op. 87 von Antonin Dvorak (1841-1904), neben Smetana der Mitbegründender einer nationalen tschechischen Musikkultur, brachte ein Wiedersehen und -hören mit der Pianistin Judith Mosch, die sich neben ihrer solistischen Karriere vornehmlich der Kammermusik verschrieben hat.

Ihr Zusammenspiel mit den Streichern verdeutlichte die hohe Musikalität, ein nahezu blindes Verständnis untereinander und miteinander und den ungemein hohen künstlerischen Anspruch. Vor allem die unterschiedlichen dominierenden Passagen aller vier Musizierenden in dem viersätzigen Werk ließen erkennen, dass sie – für sich allein gesehen und gehört – alle vorzügliche Interpretinnen auf ihrem Instrument sind.

Nach der Pause war das Quintett für Klavier, Violine, Viola, Violoncello und Kontrabass A-Dur, das sogenannte „Forellenquintett“ von Franz Schubert, zweifelsohne der Höhepunkt des Abends. Das Werk ist ein Beispiel für unterhaltende, aber dennoch anspruchsvolle Kammermusik. Und vor allem das spieltechnische Vermögen aller fünf Instrumentalisten war so herausragend und begeisternd, dass für den Zuhörer zu keiner Zeit Verständigungsprobleme aufkamen.

Die ungewöhnliche Besetzung des Quintetts sorgte gerade unter Einbeziehung des Kontrabasses mit einem in vorzüglicher Spiellaune agierenden Lars Olaf Schaper für einen besonderen Klangreiz. Der verleiht dem Werk die große Popularität, die sich in Schuberts Lied „Die Forelle“ letztlich widerspiegelt.

Am Ende riesiger Applaus für eine exzellente Darbietung. Erst nach einer Zugabe wurden die Künstler in den Abend entlassen.



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