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Gemeindehausüberfüllt: 850 Gäste kommen zur Verabschiedung von Pastor Renzelberg

"Pastor mit jeder Faser seines Seins"

Hohnhorst (oke). Zum Schluss hat er doch noch schlucken müssen - auch wenn er nach außen die Fassung wahrte. Fritz Wilhelm Renzelberg hat am Sonntag, nach 16 Dienstjahren in Hohnhorst, seine vorerst letzte Predigt in der St.-Martins-Kirche gehalten. Rund 850 Gäste hatten sich im Anschluss an den Gottesdienst im Gemeindehaus eingefunden, um den scheidenden Pastor zu verabschieden. Mit ihm geht seine Frau, Gisela Renzelberg, deren ehrenamtliches Engagement von den zahlreichen Rednern besonders gewürdigt wurde.

Pastor Fritz Wilhelm Renzelberg ist verabschiedet worden. Foto:

"Vor allem bin ich für die Zeit in Hohnhorst sehr dankbar", antwortet Renzelberg auf die Frage, ob nun, da der Ruhestand bevor stehe Wehmut oder Vorfreude überwiege. Gerne hätte der gebürtige Meller, der vor wenigen Tagen seinen 63. Geburtstag feierte, noch weiter gearbeitet. Sein Gesundheitszustand ließe das nunaber nicht mehr zu, und somit werde er auch die anstehende Innenraumsanierung seiner Kirche nicht mehr leiten können. Dass das Verhältnis zu den Menschen in seiner Gemeinde ein besonderes war, zeigte sich am Sonntag eindrucksvoll, als bereits während des Gottesdienstes in der Kirche Enge herrschte. Drei Chöre aus Rehren, Ohndorf und Haste mussten außer den vielen Kirchgängern Platz finden, hinzu kamen der Kirchenchor und zahlreiche Vertreter aus Kirche und Verwaltung. Entsprechend lang fiel auch die Liste der Abschiedsredner aus, darunter Superintendent Andreas Kühne-Glaser und die Pastorin der Partnergemeinde Hohenstein-Ernstthal, Helga Feige, die Renzelberg einen besonderen Wunsch erfüllte, indem sie den Kirchenmusikdirektor, Kantor Albrecht Reuther, für die Orgel gewann. "Die Arbeit hier war wirklich eine ganz große Freude", dankte der Pastor. Gerhard Dohmeier vom Kirchenvorstand konnte da nur zustimmen: "Die Zusammenarbeit war immer von Harmonie geprägt". Alle Gastredner, die sich im Anschluss an den Gottesdienst zu Wort meldeten, betonten seine praxisbezogene Arbeit. Der seelsorgerische Schwerpunkt seiner Gemeindearbeit und das Predigen "am Puls der Zeit" hätten gezeigt, wie moderner und traditioneller Glaube harmonieren könnten. Auch Renzelbergs designierter Nachfolger, Gero Cochlovius, fand lobende Worte. Nicht zuletzt sei es auch Renzelbergs schelmenhafter Humor gewesen, der bei Jugendlichen ebenso ankam, wie bei Erwachsenen. Die anschließende Verabschiedung im Gemeindehaus war mit 850 Gästen so überfüllt, dass sich die Besucher auf zwei Etagen aufteilen mußten. Die weiteren Grußworte zahlreicher Vertreter von örtlichen Vereinen und Gemeinschaften konnten wie bei der Fußball-Weltmeisterschaft nur über eine Videoleinwand mitverfolgt werden -"Public Viewing"-Verhältnisse. Den nun folgenden Lebensabschnitt wollen die Renzelbergs in Lemförde am Dümmer See beginnen. Auf die Schlußfrage, was denn nun, nach 16 Jahren Praxis, einen guten Pastor ausmache, antwortet Renzelberg routiniert: "Ein solides theoligisches Rüstzeug, die Seelsorge und das Leben im Hier und Jetzt". Das sein warscheinlicher Nachfolger Cochlovius diese Qualitäten mitbringe, habe er in den zurückliegenden vier Jahren bereits bewiesen.



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