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Parkscheine mit Kundenbonus?

BAD MÜNDER. Für ihn ist die Idee eine Art Deal: Wenn Stadt und Politik sich darauf einigen, die Autofahrer unter den Kunden mit einer Öffnung der Fußgängerzone noch weiter in die Stadt zu lassen, dann müssen die sich auch revanchieren und fleißig dort einkaufen. Helmuth Mönkebergs Idee:

Tickets für die Parkflächen in der Innenstadt? Ein Blick auf die Stellflächen in und um die Fußgängerzone in der Kernstadt zeigt: Bereits ab 9.30 Uhr an einem Freitagmorgen stehen viele Fahrzeuge in der Innenstadt (oben: Steinhof, unten links Lange S
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Christian Zett Redaktionsleiter zur Autorenseite

Die Einführung von kostenpflichtigen Parkscheinen mitten im Herzen der Stadt – und gleichzeitig von Rabatten für diejenigen, die tatsächlich kaufen.

„Man könnte sich in den Geschäften zum Beispiel Stempel holen, mit denen sich der Parkpreis verringert. Oder man bekommt einen Rabatt auf seinen Einkauf“, schlägt der Ratsherr und Kreistagsabgeordnete (Pro Bürger) vor.

Klar ist für den oft streitbaren Politiker schon jetzt: Die aktuelle Debatte um die Öffnung oder Verschiebung der Fußgängerzone führt zu kurz: „Wir müssen endlich ein richtiges Gesamtkonzept für den Innenstadtbereich haben.“ Bürgermeister Hartmut Büttner habe recht, wenn er darauf verweise, dass noch weitere Schritte für eine Belebung der Innenstadt notwendig seien: „Ich bezweifle, dass durch die Öffnung tatsächlich mehr Frequenz kommt.“ Die Stadt habe zuletzt viel getan, um die Parkplatzsituation rund um die Innenstadt zu verbessern, sagt Mönkeberg. Und erinnert etwa an die Fläche, die die Stadt im vergangenen Jahr gemeinsam mit der Volksbank an der Wermuthstraße zur Verfügung gestellt hatte: „Auch von da sind die Wege kurz – es muss gar nicht immer jeder vor die Tür der Geschäfte fahren.“

Er habe bei allen Bedenken nichts gegen eine Testphase, in der man etwa den Vorschlag der Grünen ausprobieren könne: die Öffnung der Echternstraße, die Ausweitung der Fußgängerzone in den Süden und die Umwandlung des Kirchhofs in eine Einbahnstraße samt Anwohner- und Kundenparkplätzen. „Aber dafür muss man ja nicht nur mit den Anliegern reden und mit der Kirche – sondern zum Beispiel auch mit der Polizei.“

Und auch Mönkeberg weiß: „Es gibt in der Innenstadt auch Geschäftsleute, die das alles anders sehen.“ Die sich keinen entscheidenden Effekt versprechen von Veränderungen an der Fußgängerzone, von mehr Autoverkehr im Zentrum. Auch deshalb sei es nötig, besagtes Gesamtkonzept zu erstellen – um nicht nach und nach an einzelnen Problemen rumzuschrauben.

Insbesondere das Thema Parken bewegt Politik und Stadt schon länger. Auch Grünen-Chef Helmut Burdorf, der in den nächsten Wochen möglichst viele Akteure an einen Tisch bekommen will, sieht die Notwendigkeit von Veränderungen: Im Bereich des Kirchhofs gebe es viel Parkplatz-Suchverkehr, der die gesamte Innenstadt belaste: Durch die Abschaffung der dortigen öffentlichen Stellflächen und einer entsprechenden Ausschilderung an der Einfahrt Echternstraße könne man dieses Problem unterbinden, ist Burdorf überzeugt.

Zu dem ergebnisoffenen Diskussionsabend zum Thema Innenstadt, der noch vor den Osterferien stattfinden soll, will Burdorf möglichst viele direkt und indirekt Betroffene gezielt einladen – Anwohner genau wie Geschäftsleute, Immobilienbesitzer und Politik- und Stadtvertreter: „Ich weiß, dass das Thema kontrovers ist. Aber um so mehr müssen wir herausfinden, welche Interessen und Wünsche überwiegen.“

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