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Weltmeisterschaft der Rock'n'Roll-Formationen Girls und Ladies inÖsterreich

Osteuropa-Teams dominieren WM - doch Röcker Ladies sind begeistert

Röcke (rd). Vordere Platzierungen brachte das Damen- Rock'n'Roll-Team aus Röcke zwar nicht von der Weltmeisterschaft der Formationen in Österreich mit zurück, dafür aber viele tolle Eindrücke. Wie der Bericht der Mannschaft zeigt, war die Reise nach Oberwart ein eindrucksvolles Erlebnis. Nach 15 Stunden Busfahrt bis fast zur ungarischen Grenze waren die Tänzerinnen,begleitet von einigen Eltern, Freunden und Fans, schon ganz schön geschafft. Ein herzliches Dankeschön geht an Wolfgang Seele, den Vorsitzender des Fachverbandes Tanzen im KSB, der sich zu früher Stunde extra eingefunden hatte, um dem 42-köpfigen Trupp Glück und eine gute Reise zu wünsch en. Nach der Ankunft in der Wettkampfhalle Oberwart musste noch die Stellprobe absolviert werden, dann ging es zurÜbernachtung in das Internat des benachbarten Ortes Pinkafeld.

Am nächsten Morgen schien die Wettkampfhalle aus allen Nähten zu platzen, insgesamt waren zur WM in den zwei Tanzklassen 22 und 28 Formationen gemeldet. In den Umkleiden wurde gestapelt, Eintanzflächen waren hart umkämpft, aber das sind die Rock'n' Roller ja gewöhnt. Der Deutsche Rock'n'Roll- Verband hatte in der Ladies-Klasse vier Formationen nominiert, die Lollipop-Ladies aus Röcke, Döbeln, Garching und Hameln als Nachrücker für die Eckernförder Formation, die absagen musste. Leider waren Westeuropa außer Deutschland kaum Formationen vertreten, lediglich Österreich hatte eine Gruppein der Ladies-Klasse geschickt. Dieübrigen Tanzgruppen kamen alle aus Osteuropa, aus Ungarn, Kroatien, Polen, Bosnien, Tschechien oder Russland. Und ebenso dominant wie in ihrer Zahl zeigten sich die osteuropäischen Formationen auch beim Tanzen: Noch schnellere Musik, exakte, synchrone Armbewegungen, schnelle Drehungen auf den Punkt, perfekte Show. Allerdings steht dort auch ein ganz anderer Trainingsaufwand dahinter. Auch der Tanzstil dieser Formationen geht deutlich in eine andere Richtung als das, was national in den Wertungskriterien festgelegt ist - kein Anfassen, kaum Rock'n'Roll-Schritte und Tanzfiguren, keine Drehungen und Positionswechsel miteinander im Paar. Nun geben die internationalen Regeln aber auch eine Mindestanzahl von Grundschritten vor, sodass es 20 gelbe Karten hagelte, größtenteils wegen fehlender Grundschritte, teils wegen verbotener Akrobatikfiguren. Das ist allerdings nur eine Verwarnung ohne Punktabzüge, wenn die Fehler der nächsten Runde korrigiert werden. So waren denn die deutschen Formationen am Ende der Veranstaltung ziemlich abgeschlagen, nur Döbeln schaffte es in die dritte Runde und letztlich auf Platz zwölf. Die Lollipops als jüngste Formation bei den Ladies (bis auf drei Tänzerinnen dürften noch alle bei den Girls starten) belegte dann am Ende Platz 19. Damit war man wenigstens zweitbeste deutsche Formation vor Garching und Hameln, was allerdings durch das Motto "WM - wir sind das Team Deutschland" allen ziemlich egal war. Die besten Formationen der Endrunde Ladies: Tschechien, Russland und Ungarn. Natürlich gab es auch einige Kuriositäten und viel zu lachen. So hatte denn die Beobachterin des Turniers aus der Schweiz vom Welt-Verband vor Beginn der Veranstaltung darauf hingewiesen, dass sie keine übermalten Gesichter oder übertriebenes Styling sehen wollte, denn es wäre ja schließlich eine Rock'n'Roll- und keine Showdance-Veranstaltung. Da standen verschiedene Formationen in Frosch-, Teufels- oder Kapitänskostümen allerdings schon neben der Tanzfläche. Auch einige, bei denen man Bedenken haben musste, dass das knappe Bikinioberteil beim nächsten Atemzug den Inhalt freigeben würde. Der Wettkampf war hart, die Halle bei 35 Grad Außentemperatur total aufgeheizt, immer wieder mussten Tänzerinnen und Zuschauer mit Kreislaufproblemen an die frische Luft gebracht werden. Als man dann abends wieder Richtung Bückeburg aufbrach, waren sich trotzdem alle einig: eine Erfahrung war es wert, man hatte viel gesehen, viel geschwitzt, wenig geschlafen. Man hatte die anderen Formationen des Deutschland-Teams besser kennengelernt und miteinander geklatscht und gelacht. Aber im Deutschland-Shirt gemeinsam mit den anderen Formationen bei einer Weltmeisterschaft dabei sein zu dürfen, das war schon ein echtes Highlight.




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