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CDU kann Posten in Wiersen nicht besetzen / Heinrich Thies (SPD) als Alternative

Ortsvorsteher - ein Auslaufmodell?

Auetal (la). Nach der Kommunalwahl hat es einige Veränderungen bei der Besetzung der Ortsvorsteherposten gegeben. In drei Ortschaften hat die SPD ihre Ortsvorsteher sofort nach der Wahl benannt. In Rolfshagen hat Rüdiger Teich seine Arbeit aufgenommen, für Rehren ist Imke McGinty die neue Ortsvorsteherin, nachdem Marita Benito ihr Amt zur Verfügung gestellt hat und in Klein Holtensen setzt sich jetzt Heike Fleischer für die Belange der Bürger ein.

In Wiersen hat die CDU mit sechs Stimmen Vorsprung die Mehrheit erlangt und konnte so für die Ablösung von Heinrich Thies (SPD) sorgen. Allerdings konnte niemand aus den eigenen Reihen gefunden werden, der das Ehrenamt übernimmt. "Ich war zunächst sehr zuversichtlich, aber einige haben im Vorfeld wohl den Mund etwas zu weit aufgerissen und dann einen Rückzieher gemacht", musste der CDU-Gemeindeverbandsvorsitzende Friedrich Gärling jetzt einräumen. Die CDU sei froh gewesen, dass Thies sich bereit erklärt hat, das Amt weiter auszuüben. "Wir halten Heinrich Thies für geeignet und können mit dieser Alternative leben", so Gärling. Es sei immer schwieriger, gerade für kleine Orte Ortsvorsteher zu finden. "Ich sehe Probleme für die Zukunft. Ich glaube nicht, dass wir noch über einen langen Zeitraum alle 16 Posten besetzen können", meint Gärling. Seit der Gemeindereform 1974 wurden in allen Ortsteilen Ortsvorsteher eingesetzt, die an die Stelle der Ortsbürgermeister rücken. Laut der Niedersächsischen Gemeindeordnung ist es ihre Aufgabe, die Interessen der Ortsteile gegenüber der Gemeinde zu vertreten, eine bürgernahe Verwaltung sicherzustellen und Hilfsfunktionen für die Gemeinde auszuführen. Im Alltag sieht es so aus, dass die Ortsvorsteher von den Bürgern bei Problemen angesprochen werden. Ob es notwendige Grabenräumungen, ausgefallene Straßenlaternen oder schlechte Straßen sind, die Ortsvorsteher nehmen alle Anregungen auf und leiten sie an die Gemeinde weiter. Natürlich engagieren sich die Ortsvorsteher in der Dorfgemeinschaft und unterstützen die Aktivität der Bürger. Außerdem werden Hochzeitspaare zu Jubiläen besucht oder Bürger bei hohen runden Geburtstagen. Seit knapp einem Jahr können sich die Auetaler bei ihren Ortsvorstehern kostenlos die gelben Müllsäcke abholen. "Es gibt eine Rolle pro Haushalt im Jahr", erklärt Hans-Werner Gerber aus Borstel. "Ich biete diesen Service in Kathrinhagen bereits seit einigen Jahren an. Es lief zunächst als Pilotprojekt, und weil es gut angenommen wurde, konnte es jetzt auf alle Ortsteile ausgeweitet werden", berichtete Manfred Spenner. Die Ortsvorsteher werden für die Wahlperiode in das Ehrenbeamtenverhältnis übernommen. Je nach Einwohnerzahl erhalten sie dafür eine Aufwandsentschädigung. Die höchste erhält Rüdiger Teich in Rolfshagen. "Es ist aber trotzdem nur eine Aufwandsentschädigung, denn es hängt viel Arbeit an diesem Amt", so Teich, der monatlich 310 Euro erhält. Imke McGinty, die seit November in Rehren als Ortsvorsteherin tätig ist, erhält 190 Euro. Durch die Nähe zur Gemeindeverwaltung nutzen in Rehren viele Bürger den direkten Weg. Drei der 16 Ortsvorsteher bieten ihren Bürgern regelmäßig Sprechstunden an. Hans-Werner Gerber ist im Dorfgemeinschaftshaus Borstel immer donnerstags von 18 bis 19 Uhr für die Bürger da. Manfred Spenner bietet donnerstags von 18 bis 20 Uhr Sprechzeiten im Gemeindebüro im Sportheim an und Rüdiger Teich ist im Gemeindebüro am Kindergarten Rolfshagen donnerstags von 18 bis 19 Uhr zu sprechen. "In den kleineren Ortsteilen lohnt sich eine Sprechstunde nicht. Wir sind eigentlich immer für die Bürger ansprechbar", meint Wilhelm Riebe aus Schoholtensen.

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