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Ortsrat Bakede lehnt Baumschutzsatzung komplett ab

BAKEDE. Alles andere als eine Ehrenrunde: Die Entscheidung der Politik, die geplante Neufassung der Baumschutzsatzung vor einer Beschlussfassung diskutieren zu lassen, führt nun zu einem überraschenden Ergebnis: In nahezu allen Ortsräten fiel der Entwurf bislang durch.

Die neue Satzung stellt Regeln für die Beseitigung von Bäumen und für Ersatzpflanzungen auf.

Autor

Gert Mensing Reporter

Mal nach grundsätzlichem Lob mit Verbesserungswünschen, mal krachend und ohne Kompromissvorschläge – wie jetzt in Bakede, Böbber und Egestorf. Das Votum des Ortsrates um Ortsbürgermeister Rolf Wittich war klar und ließ keinen Raum für eine Würdigung der Argumente, die für eine Erneuerung der Satzung sprechen. Nachdem Wittich (SPD) den Entwurf als „Entmündigung der Bürger“ gebrandmarkt hatte, hielt sich auch die CDU mit deutlicher Kritik nicht zurück. Das Votum der Fraktion um Peter Meyer: „Wir sehen keine Notwendigkeit dafür.“ Seiner Meinung nach sei die bisherige Regelung bereits als „übertrieben“ einzustufen.

„Für mich ist das ein Monster an Verwaltungsaufwand“, kritisierte auch der SPD-Vorsitzende Stephan Knauer. Er befürworte generell einen Baumschutz, hält aber den Verwaltungsentwurf für untragbar.

Sein Parteikollege Jörg Elbracht befürchte, das mit der neugefassten Satzung künftig niemand mehr Bäume auf seinem Grundstück pflanzen würde: „Der Bürger steht dabei schon unter Generalverdacht“.

In der kurzen Diskussion war man sich zudem einig, dass in den Sünteldörfern bereits genug für den Naturschutz getan werde. Außerdem seien die Hürden und Kosten bereits heute sehr hoch, um Bäume, die Eigentum gefährden, zu fällen.

Die anschließende Einwohner-Fragestunde mutierte zur Anerkennungsstunde für die Ablehnung: „Das ist eine Baumverhinderungssatzung“, meinte ein Bürger. Sein Nachbar fügte hinzu: „In meinem Garten würde ich künftig die Bäume fällen, wenn sie 70 Zentimeter Umfang erreichen.“



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