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Ortsbürgermeisterin für abgespeckte Gremien / Großer Neujahrsempfang mit 150 Gästen

Ortsräte: Joumaah schlägt Kompromiss vor

Bad Münder (gö). In der Debatte um die Abschaffung der Ortsräte hat Bad Münders Ortsbürgermeisterin Petra Joumaah einen Kompromissvorschlag ins Spiel gebracht: Sie plädiert für den Erhalt der Gremien – allerdings bei gleichzeitiger Reduzierung der Zahl ihrer Mitglieder.

Ortsbürgermeisterin Petra Joumaah spricht sich für abgespeckte O

Zudem solle die Arbeitsweise der Kommunalparlamente verändert werden, „mit dem Ziel erheblicher Einsparungen“, sagte Joumaah jetzt anlässlich des Neujahrsempfangs, zu dem der Ortsrat in die Bildungsstätte der Berufsgenossenschaft eingeladen hatte (wir berichteten). Wenn die Verwaltung Sparwillen zeige und auch auf die Bevölkerung neue Belastungen zukämen, müssten die Kommunalpolitiker auch Abstriche bei sich selbst machen.

Sie favorisiere diese Ortsrat-Variante ganz klar, machte Joumaah deutlich, ohne auf Einzelheiten einzugehen. Im Rahmen der Haushaltskonsolidierung war auch über die komplette Abschaffung der Gremien nachgedacht worden.

Bürgermeisterin Silvia Nieber stellte in ihren Grußworten klar, dass es ihr dabei niemals um eine ersatzlose Streichung gegangen sei. Nachdem die Ortsbürgermeister schon heute Hauptansprechpartner in den Dörfern seien, könnten sie diese Aufgabe ebenso als „Ortsvorsteher“ erfüllen. Auch Fusionen kleiner Ortsräte könnten ein Modell sein, so Nieber.

Zu dem Empfang waren 150 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft erschienen – darunter auch zahlreiche Vertreter von Vereinen, Sozialverbänden und Kirchen. Joumaah rückte die zahlreichen Facetten, die im vergangenen Jahr das Leben in der Kernstadt ausgemacht hatten, in den Mittelpunkt ihrer Ansprache, nachdem die Gäste zuvor auf das neue Jahr angestoßen hatten.

Kommunalpolitiker, Stadtverwaltung und alle anderen Gruppen würden erneut vor große Herausforderungen gestellt, so Joumaah. Zuvor hatte sie deutlich gemacht, dass mit der Wirtschaftskrise ein schwieriges Jahr hinter Bad Münder liege. Ein Jahr mit Hiobsbotschaften aus der lokalen Wirtschaft, wie etwa dem radikalen Stellenabbau bei Ardagh-Glass oder die zunehmende Kurzarbeit vieler Firmen. Hoffnung mache, dass gleichwohl einige Mitbürger Mut zur Existenzgründung bewiesen hätten.

Joumaah stellte die vielen ehrenamtlich Tätigen in Vereinen, Verbänden und Organisationen, „ohne die die Zukunft in unserer Stadt nicht zu gestalten ist“, besonders heraus. Zahlreiche Gäste wurden von ihr namentlich begrüßt. An vorderster Stelle stand dabei eine Delegation aus der Partnerstadt Bad Saarow. Der Einladung gefolgt waren die Amtsleiter Carsten Krappmann und Siegfried Freier sowie Vize-Bürgermeisterin Susanne Rolle. Vereinbart wurden aufgrund der 20-jährigen Partnerschaft ein „Jubiläumstreffen“ in Bad Münder im Rahmen von „Ab in die Mitte“ sowie zum „Scharmützel in Flammen“ im September in Bad Saarow oder zum „Kultur-Sommer“ im Juli. Musikalisch umrahmt wurde der Empfang von der Familie Simko – Martina und Alexander Simko mit ihren Kindern Lydia, Benjamin, Leon und Karl, die mit barocken und keltischen Weisen die Gäste begeisterten.

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