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Bischof Norbert Trelleüber "Ökumene - Vielfalt gestalten" / Zuversichtlich in die Zukunft

"Orientierung geben in der Vielfalt"

Bückeburg (bus). "Orientierung zu geben in der Vielfalt, nicht gegeneinander, sondern miteinander Antworten zu geben auf die Fragen des Lebens", st ellt nach dem Erachten von Bischof Norbert Trelle eine entscheidende Aufgabe für die christlichen Kirchen dar. Der (katholische) Geistliche beschloss jetzt die vom Evangelischen Forum in Schaumburg-Lippe konzipierte Reihe "Evangelisch - aus welchem Grund?". Auf diese Frage vermochte der frühere (1992 bis 2005) Weihbischof im Erzbistum Köln verständlicherweise keine Antwort zu geben; sein Thema stattdessen: "Ökumene - Vielfalt gestalten".

Trelle, im November 2005 durch Papst Benedikt XVI. zum 70. Bischof von Hildesheim ernannt, wählte als roten Faden seines Vortrags die im Mai 2007 von allen 21 Mitgliedskirchen der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in Niedersachsen unterzeichnete Charta Oecumenica. Das aus zwölf in Selbstverpflichtung mündenden Leitlinien bestehende Dokument bezeugt deren Willen zu enger Zusammenarbeit. "Wir verpflichten uns, in der Kraft des Heiligen Geistes auf die sichtbare Einheit der Kirche Jesu Christi in dem einen Glauben hinzuwirken, die ihren Ausdruck in der gegenseitig anerkannten Taufe und in der eucharistischen Gemeinschaft findet sowie im gemeinsamen Zeugnis und Dienst", hält die erste Leitlinie der Charta fest. "Mir ist die Dimension der Sichtbarkeit der Einheit sehr wichtig", betonte der Bischof. Es müsse erkennbar sein, dass "wir eine Kirche sind". Die Chancen in der Gestaltung der Vielfalt lägen gleichsam auf der Hand: "Wir lernen voneinander, bereichern uns gegenseitig." Als Beispiele nannte der Referent die 1999 von lutherischer und katholischer Seite gemeinsam unterzeichnete Erklärung zur Rechtfertigungslehre (die deutlich macht, dass die Erlösung von Gott ohne Rücksicht auf Verdienste geschenkt wird) und zahlreiche Veränderungen in der evangelischen Liturgie. Bezug nehmend auf die zweite Leitlinie, die als "die wichtigste Aufgabe der Kirchen in Europa" herausstellt, "gemeinsam das Evangelium durch Wort und Tat für das Heil aller Menschen zu verkündigen", meinte der Bischof: "Wenn wir diesem Auftrag nicht nachkommen, werden wir unglaubwürdig." Es müsse aber darauf geachtet werden, nicht in eine zur Verwirrung führende Situation der Vielstimmigkeit zu geraten. Trelle: "Es gilt, die Vielfalt derart zu gestalten, dass aus Vielfältigkeit nicht Beliebigkeit, Unübersichtlichkeit, Durcheinander wird." Den Menschen von heute käme die Aufgabe zu, "uns im Dickicht der Möglichkeiten, die wir haben, zurecht zu finden". Bei unterschiedlichen Auffassungen - Trelle: Miteinander ringen um der Wahrheit willen - dürfe niemand der Versuchung unterliegen, sich auf Kosten der jeweils anderen zu profilieren. Nicht ohne Grund rufe die dritte Leitlinie der "Oecumenica" zur Überwindung der Selbstgenügsamkeit auf. Der Bischof: "Wir dürfen uns nicht selbst genügen, weil wir noch nicht eins sind. Wir sollen vielmehr für einander da sein, füreinander Christ sein." Der Bischof verwies auf Fortschritte im zwischenkirchlichen Miteinander. Vieles, was vor 50 Jahren undenkbar gewesen sei, werde heute als Normalität betrachtet. "Es ist viel erreicht, was uns Proviant für das vor uns Liegende sein wird", unterstrich der Bischof, und: "Dies macht mich sehr dankbar und froh und lässt mich zuversichtlich in die Zukunft schauen."




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