weather-image

Orgelwochen Weserbergland in Flegessen eröffnet

FLEGESSEN. „Mit unserem kleinen, aber feinen Orgelfestival möchten wir Ihnen wertvolle Orgeln und eindrucksvolle Kirchen in der wunderbaren Landschaft des Weserberglandes vorstellen“, heißt es auf der Internetseite der dritten Orgelwochen Weserbergland. Der erste Termin der Konzertreihe führte nach Flegessen.

Der aus Stuttgart angereiste Organist Professor Ludger Lohmann an der zweimanualigen, spätromantischen Furtwängler-&-Hammer-Orgel in der St. Petri Kirche in Flegessen. Foto: voigtmann

Autor

Horst Voigtmann Reporter

Die Kirche aus dem Jahr 1892 ist im Stil der neoromanischen Baukunst gestaltet. Die spätromantische Orgel, sie stammt aus der gleichen Zeit, wurde von der Orgelbaufirma Furtwängler & Hammer aus Hannover gebaut. Sie ist mit zwei Manualen und einem Pedal sowie mit zwölf Registern ausgestattet.

Als Organist hat Kreiskantor Stefan Vanselow für das erste Konzert in der Reihe Professor Ludger Lohmann aus Stuttgart gewinnen können. Lohmann konzertiert weltweit und ist ein gefragtes Jurymitglied bei internationalen Orgelwettbewerben. Sein Schwerpunkt-Interesse liegt auf der alten und der romantischen Orgelmusik. Lohmann hat mit Orgelwerken aus diesen Epochen bereits zahlreiche CDs eingespielt.

Schon eine halbe Stunde vor dem Konzertbeginn strömten die Menschen in die Flegesser Dorfkirche und konnten einiges über die Besonderheiten des Gotteshauses erfahren, bevor Organist Lohmann mit Präludium und Fuge in G-Dur von Johann Sebastian Bach das Konzert eröffnete.

Nach Bachs darauffolgender Choralbearbeitung von „Vater unser im Himmelreich“, schlossen sich Orgelwerke an, die der Epoche der Romantik zuzuordnen sind. Damit löste Ludger Lohmann inhaltlich auch den Titel des Konzertes ein, das mit „Vater Bach und seine musikalischen Nachfahren“ überschrieben war. Ein bedeutender Vertreter der Romantik ist Josef Gabriel Rheinberger (1839-1901). Lohmann spielte seine dreisätzige Orgelsonate Nr. 3 in G-Dur aus dem Jahre 1875. Neben Musik von Johannes Brahms (1833-1897), dessen Choralvorspiel und Fuge a-Moll über und „Traurigkeit, o Herzeleid“ sowie ein Choralvorspiel zu „Herzlich tut mich verlangen“ war auch eine Orgelsonate zu dem Choral „Vater unser im Himmelreich“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy (1809-1847) zu hören. Den Abschluss bildete eine Orgelsonate von dem wenig bekannten August Gottfried Ritter (1811-1885), die besonders facettenreich in den Tempi daherkam.

Es beeindruckte, wie schnell sich der Organist mit der kleinen Dorforgel arrangiert hatte und mit den geringen Möglichkeiten der Registrierung interessante Klangbilder erzeugen konnte. Ist doch davon auszugehen, dass Lohmann in der Regel an Spieltischen sitzt, die weitaus mehr Register und Modulationsmöglichkeiten bieten.

Einer entsprechenden Bitte des Hamelner Kreiskantors hatten die Besucher des Konzerts Folge geleistet und auf Applaus zwischen den einzelnen musikalischen Werken verzichtet. Dafür gab es allerdings einen kräftigen Schlussapplaus, der den Organisten auch dazu brachte, eine Zugabe zu geben.

Der Eintritt für das Konzert war frei. Allerdings wurde darum gebeten, mit einer Spende am Ausgang das Projekt Orgelwochen Weserbergland finanziell zu unterstützen.

Das nächste Konzert in der Reihe findet am 9. September, um 19.30 Uhr in der Marktkirche St. Nicolai Hameln statt. In diesem Konzert wird der Stummfilm „Die Passion der Jungfrau von Orléans“ aus dem Jahre 1928 gezeigt, den Stefan Schmidt aus Würzburg mit Orgelmusik unterlegt.



Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    Telefon: 05041 - 78932
    E-Mail: redaktion@ndz.de
    Anzeigen
    Telefon: 05041 - 78910
    Geschäftsanzeigen: Anzeigenberater
    Abo-Service
    Telefon: 05041 - 78921
    E-Mail: vertrieb@ndz.de
    Abo-Angebote: Aboshop

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt