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Bunt wie Folklore in Italien und Spanien:

Operamobile zeigt, was Hexen mit Weihnachten verbindet

BAD MÜNDER. Eine Hexe ist wohl das unbeliebteste Wesen in der Weihnachtszeit, jedenfalls in unseren heimischen Gefilden. Nicht so bei den Kindern in Italien, dort ist sie mindestens genauso beliebt wie der Weihnachtsmann, wenn nicht sogar noch mehr.

Mit spanischen und italienischen Weihnachtsmedleys zeigt das Ensemble, wie temperamentvoll es in Europas Süden zu den Feiertagen zugeht. . Foto: Krause

Autor:

Reinhold Krause

Befana heißt diese mythische Figur, eine hässliche Hexe. In der Nacht vom 5. auf den 6. Januar fliegt sie, auf der Suche nach dem Jesuskind, auf einem Besen von Haus zu Haus, bringt Geschenke oder bestraft die Betroffenen.

Die Geschichte von Befana war nur ein Teil des köstlichen Weihnachtsmedleys, das das Ensemble Operamobile auf der Bühne im Martin-Schmidt-Konzertsaal präsentierte. So bunt wie die Folklore in Italien und Spanien gestalteten sie einen vergnüglichen Querschnitt durch die südlichen Weihnachtsbräuche. Spanische Volksweisen wie „A la Nanita Nana“, „Villancico de las Campanas“ oder „Festejo de Navidad“ waren ebenso wie italienische Weihnachtslieder quer ins Programm eingestreut. Mit „Dormi, dormi del bambin“ einem italienischen Weihnachtsmedley oder „Tu scendi dalle Stelle“ zeigte das Ensemble, wie temperamentvoll es zu den Feiertagen in den südlichen Gefilden Europas zugeht.

Der Funke auf die Besucher sprang über und bei manchen Melodien klatschen sie im Takt mit. Viele der Besucher kennen sich untereinander bereits und sind ständige Gäste, wenn das Musiktheater auf den Bühnen zwischen Hannover, Hameln und Hildesheim gastiert. Auch Mitglieder von La Musica, einem Laienensemble sangesfreudiger Seniorinnen und Senioren, die das Renteneintrittsalter schon weit hinter sich gelassen haben, sind stets dabei, wenn Statisten benötigt werden.

Stimmig war auch das Bühnenbild: 24 bunte Tüten hängen am blauen, ministernenbedruckten Vorhang. Jeder dieser Taschen stellte ein Programmteil dar. Das Ensemble, Bettina Delius und Kathelijne Wagner, Sopran, sowie die männlichen Tenöre Tadeusz Galczuk und Alexander Senger wurden sowohl von Shuichiro Sueoka am Klavier als auch dem Akkordeonspieler Jan Skorupski hervorragend unterstützt.

Es gehört zum guten Brauch, dass sich das Publikum vor der Veranstaltung zu Kaffee und Kuchen trifft und auch in der Pause mit Getränken verwöhnt wird. So gestärkt, ist es auch nicht schwierig, zu „Christmas Waltz“ ein Tänzchen auf dem Parkett einzulegen. Das Publikum machte bereitwillig mit.

Während der erste Teil doch dem quirligen Treiben aus dem Süden gewidmet war, legte sich das Ensemble nach der Pause einen eher feierlichen Mantel um. „Stille Nacht international“ eine Volksweise mit „Vienen con Alegria – Campgna sobre campagna“ wurde in vier Sprachen gesungen. Kurt Tucholskys „Das Ideal“, ein Gedicht von 1927, zeugte nachdenklich schon vom früheren Ehrgeiz nach Wohlstand. Mit „Heia Wiegenlied“ beendete das Ensemble eine schöne vorweihnachtliche Veranstaltung und durfte viel Beifall mitnehmen.



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