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Vor Gericht: Markenstreit beim Bund

Opel oder VW? - Nasenbein gebrochen

Bückeburg (ly). Wenn zwei, die sich nicht leiden mögen, auf einer Stube landen, scheint der Ärger programmiert. Und wenn dann noch Alkohol hinzukommt, womöglich Lagerkoller sowie völlig unterschiedliche Auffassungen über die beste Automarke, kann dies zu Auseinandersetzungen führen, die gerne auch mit Fäusten ausgetragen werden. Im Streit, ob Opel oder Volkswagen vorzuziehen ist, hat ein Wehrpflichtiger (23) einen Stubenkameraden nach einem Zugabend übel zugerichtet.

Vor dem Amtsgericht trat der 23-Jährige jetzt auf die Bremse, zeigte Reue und legte ein Geständnis ab. Wegen Körperverletzung verurteilte Richter Armin Böhm ihn daraufhin zu 675 Euro Geldstrafe, was in diesem Fall anderthalb Monatseinkommen entspricht. Wäre der Soldat einschlägig vorbestraft, hätte ihm eine deutlich härtere Strafe gedroht. Bei seinem Opfer hat sich der Wehrdienstleistende aus Sachsen-Anhalt zwischenzeitlich entschuldigt. Vor den Schlägen will der Täter etwa sechs halbe Liter Bier getrunken haben. Eine "gewisse alkoholbedingte Enthemmung" billigte Richter Böhm dem 23-Jährigen deshalb zu, nicht jedoch verminderte Schuldfähigkeit oder gar Unzurechnungsfähigkeit. Die Sanktionen für einfache Körperverletzung beginnen bei fünf Tagessätzen. Bekommen hat der Angeklagte 45. "Bei der Strafzumessung muss auch die Schwere der Verletzungen berücksichtigt werden", erklärte Böhm. Und diese Verletzungen seien "massiv" gewesen, wie die Staatsanwaltschaft betonte. Einem ärztlichen Attest zufolge hatte das Opfer eine Gehirnerschütterung ersten Grades sowie einen mehrfachen Bruch des Nasenbeines erlitten. Der junge Mann musste im Mindener Klinikum operiert werden. "Gekriselt hat's zwischen uns schon vorher", erinnerte sich der Angeklagte an den 25. März, der mit einem feuchtfröhlichen Zugabend in der Jäger-Kaserne begonnen hatte. Auf der Stube kam es zur Eskalation. Als eingefleischter VW-Fan konnte sich der Schläger weitere Lobeshymnen auf Opel offenbar nicht bieten lassen. Zuerst flog ein Schlüsselbund. Dann setzte es aus heiterem Himmel Faustschläge, wobei der Unterlegene schlechte Karten hatte, weil er eine Stunde vor Mitternacht bereits im Bett lag. Die Bundeswehr hatteübrigens sofort reagiert und eine Disziplinarmaßnahme verhängt. Der Schläger musste 200 Euro zahlen.




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