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Mutmaßliche Schläger müssen sich vor Gericht verantworten / Ermittlungen gegen Polizisten dauern an

Oktoberfest: Staatsanwaltschaft erhebt Anklage

Nettelrede/Hannover (mf). Die mutmaßlichen Schläger vom Nettelreder Oktoberfest 2009 müssen sich demnächst vor dem Amtsgericht Hameln verantworten. Die Staatsanwaltschaft Hannover hat Anklage gegen drei Tatbeteiligte wegen gefährlicher Körperverletzung erhoben, wie eine Sprecherin auf Anfrage mitteilte. Gegen zwei Polizeibeamte werde unterdessen noch wegen des Verdachts auf Strafvereitelung im Amt und unterlassener Hilfeleistung ermittelt.


Wann genau die Hauptverhandlung eröffnet werden wird, stehe noch nicht fest und werde vom Amtsgericht Hameln entschieden, heißt es in Hannover. Fest steht: Die Staatsanwaltschaft glaubt nach Abschluss des Ermittlungsverfahrens, dass die Beschuldigten, zwei junge Männer, die zur Tatzeit 19 und 22 Jahre alt waren, und eine damals 44-jährige Frau sich strafbar gemacht haben.

Der Fall hatte im vorletzten Jahr für einiges Aufsehen gesorgt. Rückblende: In den frühen Morgenstunden des Sonntag holt der damals 50-jährige Münderaner Thomas Sturm seine 21-jährige Tochter und deren Freundin verabredungsgemäß mit dem Auto vom Festort ab. Auf der Heimfahrt treffen sie seiner Darstellung zufolge auf eine kleine Gruppe anderer Festbesucher, die die Straße blockiert. Anstatt die Fahrbahn freizugeben, habe einer der jungen Männer seinen Außenspiegel umgeklappt, so Sturm. Nach einem Wortwechsel sei er aus dem Auto herausgezogen und brutal zusammengeschlagen worden.

Selbst als später zwei Polizisten am Tatort erschienen seien, habe einer der Beteiligten noch weiter mit der Faust seinen Kopf traktiert, schilderte Sturm damals den Tathergang. Doch damit nicht genug: Obwohl er das Opfer gewesen sei, hätten ihn die Polizisten als Einzigen in einen Alkoholtester pusten lassen und ausschließlich seine Personalien aufgenommen.

Sturm bezweifelt die Neutralität der Polizisten und führt dies darauf zurück, dass es sich bei zwei der drei mutmaßlichen Täter um Sohn und Ehefrau eines münderschen Polizeibeamten handelt, was auch bereits in der Tatnacht deutlich geworden sei. Vor diesem Hintergrund war später auch die Polizei Hameln mit den weiteren Untersuchungen beauftragt worden und nicht die eigentlich zuständige Dienststelle in Bad Münder. Die federführende Staatsanwaltschaft Hannover hat die noch laufenden Ermittlungen gegen die beiden Polizisten inzwischen von dem anderen Verfahren abgetrennt, wie Oberstaatsanwältin Irene Silinger bestätigte. Auch hier sei aber vermutlich innerhalb der nächsten vier Wochen mit einem Ergebnis zu rechnen. Alles ist dabei möglich: von der Einstellung über einen Strafbefehl bis hin zu einer Anklageerhebung.



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