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Vor der Anschaffung von Hund, Katze oder Vogel sind viele Aspekte zu bedenken

Ohne Zeit und Geld kein Haustier

Rinteln (lsb). Seinem Kind einen Wunsch abzuschlagen bereitet einem nicht immer ein gutes Gefühl – welches Elternteil kennt das nicht? Doch jeden Wunsch zu erfüllen, wäre pädagogisch gesehen auch nicht richtig. Besonders heikel wird es, wenn der Wunsch nach einem eigenen Haustier geäußert wird. Denn sollte hierbei eine falsche Entscheidung getroffen werden, könnte der Haussegen schon bald schief hängen. Wichtig bei der Überlegung sich ein Haustier zuzulegen, sind so einige Aspekte:

Sollte in einer Wohnung gewohnt werden, so ist es unumgänglich, sich mit dem Vermieter zusammen zu setzten, denn nicht überall ist die Haustierhaltung erlaubt. Vor allem, wenn im Mietvertrag dieses Thema nicht geregelt ist, ist es nötig, sich zu informieren. Außerdem sollten die Nachbarn vom Vorhaben benachrichtigt werden – sonst könnte die Beziehung zu ihnen dadurch leiden.

Natürlich ist die Freude groß, wenn ein weiteres Familienmitglied dazu kommt. Doch ist auch wirklich jeder in der Familie damit einverstanden? Es kann vorkommen, dass ein Familienmitglied weniger begeistert über die Anschaffung eines Haustieres ist. Dann ist es sinnvoll, auf das Tier zu verzichten, damit es später nicht zu Spannungen kommt. Ebenfalls von der Anschaffung abzuraten ist, wenn ein Familienmitglied an einer Tierhaarallergie leidet.

Wichtig ist besonders die Überlegung, ob genügend Zeit für ein Tier aufgebracht werden kann – und zwar jeden Tag. Vögel, Meerschweinchen und andere Kleintiere, die in einem ausreichend großen Käfig untergebracht sind, benötigen mindestens eine Viertelstunde mit ihren Herrchen und Frauchen und sollten zudem lieber zu zweit gehalten werden. Die recht selbstständigen Katzen beanspruchen wesentlich weniger Zeit als ein Hund: Eine gute halbe Stunde fürs Schmusen und Kraulen sollte bei ihnen eingeplant werden, während der Hund gute zwei oder auch drei Stunden benötigt. Schließlich möchten Hunde zum „Gassi gehen“ ausgeführt werden. Ist es im engen Familienzeitplaner nicht möglich, dass sich jeder um das Tier kümmern kann, sollte keines angeschafft werden – egal, ob das Kind noch so bettelt.

Wenn in der Familie sehr großer Wert auf Sauberkeit gelegt wird und ein paar herumliegende Haare oder Tapsen der Tiere zu Aufregung führen könnten, kommt die Tierhaltung auch nicht in Frage. Bei Hunden sollte außerdem daran gedacht werden, dass sie nicht alleine raus können wie Katzen. Sie brauchen immer jemanden, der Zeit für sie hat. Und das auch bei noch so schlechtem Wetter.

Steht ein Umzug an, sollte erst im neuen Mietvertrag geklärt werden, ob Tierhaltung möglich ist oder nicht. Wenn ja, sollte der Wunsch nach einer Katze lieber erst nach dem Umzug erfüllt werden, weil sie mehr an Orte als an Menschen gebunden ist und ein Umzug gleich zu Beginn Stress für den Stubentiger bedeuten würde. Aber auch anderen Tieren tut man einen Gefallen, wenn sie erst nach dem Umzug aufgenommen werden.

Einer der wichtigsten Aspekte ist die Finanzierung: Katzen, die im Durchschnitt zwölf bis 16 Jahre alt werden, kosten in diesem Zeitraum zwischen 6000 und 7000 Euro; Hunde innerhalb von acht bis 16 Jahren 8000 bis 9000 Euro. Bei Hunden ist noch zu bedenken, dass für sie neben den üblichen Kosten für Futter oder Tierarztbehandlungen auch die Hundesteuer hinzu kommt. In Rinteln zum Beispiel sind das für den ersten Hund rund 60 Euro im Jahr. Für den zweiten Hund kommt ein höherer Betrag dazu. Für Hunderassen, von denen eine erhöhte Verletzungsgefahr für Personen ausgeht, wird ebenfalls deutlich mehr kassiert. Zu diesen Rassen gehören laut Beschluss der Stadt Rinteln American Staffordshire-Terrier, Staffordshire-Bullterrier, Bullterrier, Pitbull-Terrier sowie deren Kreuzungen.

Sollten all diese Aspekte berücksichtigt sein, steht dem Familienzuwachs auf vier Pfoten oder mit zwei Flügeln im Grunde genommen nichts mehr im Wege.

Bevor ein Haustier angeschafft wird, müssen viele Aspekte geklärt werden. Im Bückeburger Tierheim warten zum Beispiel zahlreiche Katzen auf ein neues Zuhause. Die neuen Herrchen oder Frauchen müssen aber einige Hürden nehmen. Der Tierschutzverein hilft bei der Entscheidung, ob die Anschaffung eines Tieres sinnvoll ist.

Foto: Archiv




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