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Ohne Flegessen in die weitere Wind-Planung

BAD MÜNDER. Mit nur zwei statt der ursprünglich ins Auge gefassten drei Gebiete will die Stadt in die weitere Windenergie-Planung gehen. Die Potenzialfläche J-Süd bei Flegessen, die direkt an das Hamelner Gebiet „Liethberg“ angrenzt, will die Stadt nicht weiter berücksichtigen.

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Jens Rathmann Redakteur zur Autorenseite

Die Entscheidung ist die Reaktion auf Einwände der Bundeswehr. Nach Auffassung der Flugeinsatzzentrale im Fliegerhorst Bückeburg stören Windräder im Bereich der Tiefflugstrecken zwischen Unsen, Flegessen und Groß Hilligsfeld den Flugverkehr der Heeresflieger. Während die Stadt Hameln für ihr angrenzendes Gebiet sechs Windenergieanlagen genehmigt hat und die Bundeswehr vor dem Verwaltungsgericht Hannover gegen diese Genehmigung klagt, will die Stadt Bad Münder einen anderen Weg gehen und ohne das Gebiet weiterplanen.

Der Verzicht auf die bereits in die Planung einbezogenen Flächen fällt der Stadt nicht leicht, sind sie doch Teil eines Planes, der in einem mehr als zweijährigen Verfahren entwickelt und diskutiert wurde. Zehn Potenzialflächen im gesamten Stadtgebiet waren in einer Untersuchung näher analysiert worden, am Ende des Prozesses kristallisierten sich drei heraus, die Beratern und Politik geeignet erschienen, das zentrale Ziel zu erfüllen: der Windenergie in Bad Münder „substanziell Raum“ zu geben: Flächen bei Eimbeckhausen, bei Dahle – und eben bei Flegessen.

Ein schlüssiges Konzept
ist der Schlüssel

Entsprechend stellte sich nach den Einwänden der Bundeswehr die Frage, ob auch ohne das Flegesser Gebiet die für Windenergie vorgesehenen Flächen noch groß genug sein werden. „Wir meinen Ja“, erklärte Annika John, Fachdienstleiterin Stadtentwicklung der Stadt, auf Nachfrage dieser Zeitung. Dabei sei der Stadt bewusst, dass das Verfahren der Stadt rechtlich angreifbarer werde, je kleiner die Flächen würden – letztlich aber hänge alles von der Frage ab, ob das Konzept, das der Ausweisung von Konzentrationszonen für Windenergie im Flächennutzungsplan zugrunde liege, schlüssig sei. Und das Konzept der Stadt sei schlüssig, schließlich hänge die Größe der Konzentrationszonen auch davon ab, was an Flächen überhaupt zur Verfügung stünde.

Der Einspruch der Heeresflieger verkleinert diese Flächen deutlich, und so ist auch der Planungsausschussvorsitzende Uwe-Peter Keil vom geplanten Vorgehen der Stadt überzeugt. Er weist aber auch darauf hin, dass es an Alternativen mangele – schließlich seinen im Verfahren aus der Planung ausgeschlossene Flächen nicht ohne Grund ausgeschlossen worden.

Das Thema Windenergienutzung wird die Politik in den kommenden Monaten wieder intensiver beschäftigen, schließlich wird eine neuerliche öffentliche Auslegung der Änderung des Flächennutzungsplanes notwendig.



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