weather-image
Wer sein Dach rechtzeitig dämmt, spart Energie und deren Kosten

Oben wieder ganz dicht

270_008_6548703_wo_101_2408_djd_Paul_Bauder.jpg

Bei der Senkung der Heizkosten spielt das Dach eine wichtige Rolle. Worauf bei einer nachträglichen Dämmung zu achten ist, erläutert Ekkehard Fritz, Leiter Fachbereich Steildach bei der Firma Paul Bauder und Mitglied in diversen Fachgremien.

Welche Rolle spielt das Dach in der Energiebilanz des Hauses?

Ekkehard Fritz: Die Energieverluste über die Dachflächen belaufen sich auf 20 bis 30 Prozent der Gesamtenergieverluste. Bei der Planung energetischer Sanierungen sollte man das Haus insgesamt betrachten – im Idealfall passt alles vom Dach bis in den Heizungskeller.

Und welche Art der Dämmung ist am wirkungsvollsten?

Ekkehard Fritz: Am besten geeignet ist eine unterbrechungsfrei und wärmebrückenfrei ausgeführte Dämmung, die sich optimal mit einer Aufsparrendämmung erzielen lässt. Bei Zwischensparren- und Innendämmungen ist durch die verschiedenen Materialien etwa von Dämmung, Sparren und Zwischenwänden die Wärmebrückengefahr dagegen groß. Die Aufsparrendämmung umschließt das Dach lückenlos.

Wann ist der ideale Zeitpunkt für die Dachdämmung?

Ekkehard Fritz: Je eher die Dämmung durchgeführt wird, desto besser. Denn jedes Jahr mit schlechter Dämmung kostet bares Geld. Besonders wirtschaftlich sind die Arbeiten auf dem Dach, wenn bereits ein Gerüst am Haus aufgebaut wird, etwa zur Fassadenrenovierung oder Neueindeckung des Dachs.

Wie dick muss eine Dämmung ausfallen, welche Rolle spielt die Wärmeleitstufe?

Ekkehard Fritz: Nach EnEV darf der U-Wert maximal 0,24 betragen, für eine KfW-Förderung darf er nicht über 0,14 liegen. Polyurethan-Hartschäume erreichen die EnEV-gerechte Aufsparrendämmung bei circa 120 Millimetern Stärke, für eine KfW-Förderung müssen es 160 bis 180 Millimeter sein. Weniger leistungsfähige Werkstoffe etwa aus Mineralfasern, Cellulose oder Holzfasern müssen deutlich stärker ausfallen – bis zu 320 Millimeter können hier für eine KfW-gerechte Dämmung nötig sein. Solche Aufsparrendämmungen können das Haus quasi optisch erdrücken, zudem kann es dann statische Probleme geben.Dämm-TippsWärmebrückensicher ist eine lückenlose Aufsparrendämmung. Gegen Feuchteschäden ist zusätzlicher Schutz von oben und unten notwendig. Eine sogenannte Unterspannbahn als „zweite wasserführende Ebene“ schützt gegen eindringende Feuchtigkeit durch Schlagregen, Flugschnee oder defekte Eindeckungen. Eine Dampfsperre oder -bremse verhindert, dass Tauwasser aus dem Innenraum über die Raumluft in die Dämmung gelangt und dort Feuchte- und Schimmelschäden verursachen könnte.

Es gibt verschiedene Wege, um sein Dach zu dämmen. Wer es rechtzeitig machen lässt, spart in jedem Fall Energie und Kosten.



Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    Telefon: 05041 - 78932
    E-Mail: redaktion@ndz.de
    Anzeigen
    Telefon: 05041 - 78910
    Geschäftsanzeigen: Anzeigenberater
    Abo-Service
    Telefon: 05041 - 78921
    E-Mail: vertrieb@ndz.de
    Abo-Angebote: Aboshop

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt