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Mobilfunkfirma demontiert Sendeanlage auf Benze-Gelände um sie sieben Meter weiter wieder aufzubauen

O 2 trickst – und die Stadt ist außen vor

Eimbeckhausen (mf). Die Mobilfunkfirma O2 hat ihren umstrittenen Sendemast auf dem alten Benze-Gelände am Mittwoch überraschend abgebaut. Bei den Gegnern der Anlage dürfte die Freude darüber indes nicht lange währen: Das Unternehmen will den Mast unmittelbar daneben wieder aufstellen.


Dabei handelt es sich offenbar um einen taktischen Schachzug. Der mutmaßlich neue Standort ist so gewählt, dass anders als bislang die Stadt Bad Münder kein Einspruchsrecht mehr hat.

Auf Anfrage der Neuen Deister-Zeitung bestätigte der für die Baugenehmigung zuständige Landkreis Hameln-Pyrmont, dass ihm ein neuer Antrag von O2 vorliegt. Danach soll die Sendeanlage um exakt 6,70 Meter in nordwestlicher Richtung, also noch weiter in Richtung Ortskern, verschoben werden.

Hintergrund: Bislang stand der Funkmast mit Teilen seiner Abstützungskonstruktion auf einem Areal, das im einschlägigen Bebauungsplan „Hemschehäuser Straße“ als naturnahe Fläche ausgewiesen ist. Um dennoch eine Baugenehmigung zu bekommen, musste O2 eine sogenannte Befreiung beantragen. Die wiederum darf nur im Einvernehmen mit der Gemeinde, in diesem Fall der Stadt Bad Münder, erteilt werden.

Die Verschiebung der Anlage um besagte knapp sieben Meter sorgt dafür, dass der Sendemast mit seiner gesamten Abstützung innerhalb des von der Stadt festgesetzten Gewerbegebietes steht. Eine Befreiung würde damit entfallen, folglich müsste die Stadt auch nicht mehr um Erlaubnis gefragt werden. An dem neuen Verfahren bräuchten laut Kreisbehörde auch die Nachbarn nicht mehr beteiligt werden, „weil durch die Standortveränderung Auswirkungen nicht zu erwarten sind“.

Langfristig, so hatte O2 deutlich gemacht, will das Unternehmen die Antennen auf einem Windrad am Ortsrand Richtung Messenkamp installieren.

O2 hatte mit seinem Auftreten in Eimbeckhausen für viel Wirbel gesorgt. Die Firma hatte die mobile Sendeanlage 2007 ohne Genehmigung aufgestellt und zunächst illegal betrieben. Gegen ein Bußgeld des Landkreises legte das Unternehmen Rechtsmittel ein. Nachdem eine später vom Kreis gewährte Befristung am 31. Dezember 2008 ausgelaufen war, hat O 2 nun eine Verlängerung der Baugenehmigung bis Ende 2010 beantragt.

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