weather-image
Kinder erkunden mit dem Nabu den Lebensraum rund um den Kirchturm Kathrinhagen

"Nur was wir kennen, können wir schützen"

Kathrinhagen (rnk). Den Turmfalken-Nachwuchs haben sie nicht gesehen: Er ist schon ausgeflogen. Und nach der Zauneidechse haben sie gar nicht erst gesucht, denn die ist im Auetal ausgestorben. Ansonsten haben die sieben Kinder, die an der Nabu-Aktion in Kathrinhagen teilgenommen haben, buchstäblich jeden Stein umgedreht, um zu gucken, was unter ihm vielleicht leben mag. Und das war auch völlig in Ordnung, denn schließlich sollte ja rund um den Kirchturm der Lebensraum erkundet werden.

Wo sind denn die Käfer und Heuschrecken?

Unter der Leitung von Marc Jameson (18), dem Jugendwart des Nabu Auetal, wurde nach den Frühlingsboten gesucht: Turmfalke und Wolfsspinne, Auf den Kopf gestellt wurde anschließend noch das Mauer-Drehzahnmoos. Den sieben teilnehmenden Kindern wurde zur Einführung von der Küsterin Stefanie Schulte-Rolfes viel über die 800 Jahre alten Kirche erzählt. Danach wurde der Kirchturm erkundet. Hier ziehen von Anfang Mai bis Ende August die Fledermäuse ihre Jungen auf. Und auch der Turmfalke lebt hier: Damit er dies ungestört kann, wurde schon 1990 ein Schleiereulenkasten von Naturschützern im Turm angebracht. Und fast jedes Jahr brüten in diesem KastenTurmfalken. Dieses Jahr hat der "Vogel des Jahres" vier rot-braune Eier im Mai gelegt. Nach rund 30 Tagen sind die Jungen geschlüpft. Nach ungefähr 60 Tagen verlassen sie dann den Brutort. Die Hauptnahrung des Falken sind Mäuse, die er auf den Feldern rund um den Kirchturm fängt. Nach einer kleinen Stärkung ging es weiter, diesmal wurde das Moos gesucht. Alle wurden schnell fündig, denn das Mauer-Drehzahnmoos wächst dort an jeder naturbelassenen Mauer. Moose, so lernten die Kinder, sind kleine immergrüne Pflanzen, die keine Wurzeln besitzen. Die Wolfsspinne wurde nicht gefunden, Jameson wusste auch, warum: Bei schlechtem Wetter zeigt sie sich nicht. Dafür wurde die Unterseite eines Steines nach Insekten untersucht: Dort hatten sich Hunderte von Asseln und Ameisen eingefunden. Richtig interessant wurde es, als Flora und Fauna der Felder und Wiesen am Kirchengelände unter die Lupe genommen wurden. Dort gab es jede Menge zu erforschen: Heuschrecken; verschiedene Käfer, Schmetterlinge. Aber auch eine Kröte und eine rot-schwarze Streifenwanze, die auf dem Bückeberg lebt, wurden gefangen. Am Ende wurde alles bestimmt und natürlich wieder ausgesetzt. Denn, so erklärte es Jameson den Kindern: "Man kann nur schützen, was man auch kennt!" Die nächste naturkundliche Wanderung findet am morgigen Sonntag, 22. Juli, statt. Marc Jameson will sich dann ab 10 Uhr mit seinen Gästen auf die Suche nach den Neuntöter begeben. Treffpunkt ist die "Alte Schule" in Schoholtensen. Bis 12 Uhr will die Gruppe Neuntöter (und andere Vögel) in Feld und Flur beobachten. Der Neuntöter ist bekannt dafür, dass er seine Beute auf Dornen oder Stachel aufspießt. Das bunte Männchen sitzt meistens auf einer erhöhten Sitzwarte. Wer hat, sollte ein Fernglas mitbringen. Bei Regen fällt die Wanderung aus.

Entdecken, jagen, fangen, untersuchen, bestimmen und wieder frei
  • Entdecken, jagen, fangen, untersuchen, bestimmen und wieder freilassen: Auf der Wiese wirdüber alles genau Buch geführt. Fotos: rnk


Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    Telefon: 05041 - 78932
    E-Mail: redaktion@ndz.de
    Anzeigen
    Telefon: 05041 - 78910
    Geschäftsanzeigen: Anzeigenberater
    Abo-Service
    Telefon: 05041 - 78921
    E-Mail: vertrieb@ndz.de
    Abo-Angebote: Aboshop

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt