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Geschäftsführer Eppmann räumt mit Gerüchten zum Klinikum auf – und bringt den Seniorenbeirat auf den aktuellen Stand

Nur Vier-Bett-Zimmer? Essen aus Polen?

Obernkirchen. „Es wird im neuen Klinikum nur Vier-Bett-Zimmer geben“ und „Das Essen für die Patienten wird aus Polen kommen“: Das sind diejenigen – unausrottbaren – Gerüchte, die mit Blick auf den derzeitigen Neubau in der Feldmark am häufigsten kolportiert werden. „Beide entsprechen nicht den Tatsachen“, sagt Claus Eppmann. Der Geschäftsführer des Klinikums Schaumburg: „Es wird mit Inbetriebnahme im ersten Halbjahr 2016 fast nur Ein- und Zweibettzimmer geben.“ Wenn im absoluten Ausnahmefall bei einer Handvoll Räume davon abgewichen werde, habe das allein pflegerische Gründe.

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Was das Essen betrifft: Zwar ist die Entscheidung über den Ort der Zubereitung für Schaumburg noch nicht getroffen, aber er soll ganz sicher nicht in Polen liegen. Fakt ist: „Wir haben am Klinikum keine Produktionsküche geplant“, sagt Eppmann. Deren Bau werde nämlich vom Land nicht bezuschusst. Von daher könne sich die Einrichtung den Koch- und Lieferservice eines Caterers sichern. Könne, müsse sie aber nicht, denn: „Dadurch, dass das Klinikum voll unterkellert wird, haben wir eine Menge Platz“, so der Geschäftsführer und überlegt: „Vielleicht könnten wir da doch selbst was machen …“ Was die Küche betrifft, sei die Entscheidung für den Klinikumsstandort Schaumburg aber noch nicht gefallen.

Die Mitglieder des Behinderten- und Seniorenbeirats der Bergstadt, die Eppmann ins DRK-Gebäude gebeten haben, hören beides, das mit den Zimmern und das mit dem Essen, gern. Beiratschef Albrecht Stein hatte den Krankenhausfachmann eingeladen: „Was uns interessiert, ist der Stand der Dinge, nicht aber die Debatte um den Standort des Klinikums“, gibt Stein zu verstehen.

Nach einer Tour de Force durch das Medizinkonzept nimmt Eppmann den Beirat per Beamer mit auf die Baustelle, wo derzeit 24 000 Kubikmeter Erde bewegt werden. „Landschaftsarchitekt Georg von Luckwald ist den Mutterboden bei den Bauern mit Kusshand los geworden“, sagt der Geschäftsführer. Rein rechtlich wäre es zwar auch möglich gewesen, die vorgeschriebenen Ausgleichsflächen für einen Apfel und ein Ei beispielsweise in Thüringen zu kaufen. „Das aber wollten wir nicht. Stattdessen haben wir diese Flächen direkt an der Bückeburger Aue erworben.“

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  • Erdhaufen reiht sich an Erdhaufen: Die Bagger nehmen für den Klinikbau in der Feldmark 24 000 Kubikmeter Boden auf die Schaufeln. tw (2)

Das Areal, auf dem ab Februar/März 2014 nach der Anlage der Grube und dem Gießen der Bodenplatte mit dem Hochbau begonnen werden soll, sei kein Sumpf. „Als Ergebnis der über drei Jahre währenden Grundwassermessungen brauchen wir keine meterdicke Kiesschicht mehr; 20 bis 30 Zentimeter reichen – wie bei jedem Einfamilienhaus“, so Eppmann. Das spare 800 000 Euro.

Stichwort Bushaltestelle: Die soll auf der linken Seite der zum Haupteingang führenden Magistrale angelegt und von den SVG-Linien 2004 und 2006 bedient werden: „Ich bin gespannt wie ein Flitzebogen, ob der Bustransfer auch angenommen wird“, sagt der Geschäftsführer, der sich nach wie vor für eine Direktanbindung stark macht. Am Agaplesion Diakonieklinikum Rotenburg (Wümme) sei ein Shuttlesystem wieder abgeschafft worden, weil die Menschen mit Masse mit dem Auto kämen.

Stichwort Intensivstation: „Lange haben wir mit uns über deren Gestaltung gerungen“, sagt Eppmann. Das Ergebnis ist ein Kompromiss: Die Betten sollen nicht, wie in den USA üblich, nur durch Paravents getrennt sein, denn der Patient habe ein Recht auf seine Privat- und Intimsphäre; trotz dieser „Raumstruktur“ soll es den Mitarbeitern von der Leitstelle aus aber möglich sein, Blickkontakt zu halten.

Was multiresistente Keime angeht, die für jedes Krankenhaus eine latente Gefahr darstellen, so biete ein neues Klinikum baulich ganz andere Möglichkeiten als die drei Altstandorte: „Wir können zum Beispiel ganze Trakte mit geschleusten Zimmern versehen“, so der Krankenhausfachmann.

Ob es derweil ab 2016 einen kassenärztlichen Notdienst im Klinikum geben wird, ist noch offen. „Wir sind dafür sehr aufgeschlossen, entsprechende Mediziner sind uns willkommen“, sagt Eppmann. Ob es ihn geben werde, sei letztlich aber eine Entscheidung der niedergelassenen Ärzte.

Am Ende des Gehörten ist der Beirat um Stein froh, „dass wir so ein tolles Krankenhaus bekommen – direkt vor der Stadt“. Denn im Falle, dass „in Obernkirchen jemand einen Schlaganfall oder Herzinfarkt bekommt, sind wir angesichts der Nähe zur Feldmark begünstigt“, so der Beiratschef. tw



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